Samstag, 24. September 2016

Familiäre Wolken


Durch ein Gespräch im Spätsommer auf unserer Terrasse unter leuchtendem Himmelszelt wurde mit so bewußt wie noch nie zuvor, welch unterschwellige Verblindlichkeit alleine die Familientitel haben. Sie wirken, ohne dass man sie aussprechen muß. Wie eine Art von magischer Verbundenheit. Falls alles gut läuft. Im umgekehrten Fall dagegen wirds fies - Prometheus ähnlich ist man wie an einen Felsen gekettet, von dem man nicht wegkommt. Wer versucht auszubrechen, gilt als Nestbeschmutzer.

Ich schaue ja rasend gerne die Sendung *Bitte melde dich* an. Wir nennen sie *die Heulsendung*. Töchter suchen ihre Väter, Schwestern ihre Brüder, Mütter ihre Söhne uswusf. Und sie schluchzen ob der Sehnsucht nach diesen Menschen so herzergreifend, dass ich regelmäßig synchron in mein Taschentuch mitschneuze.

Aber wie faszinierend ist das! Die Personen, um die es geht, und die so sehr vermißt werden, kennen sich gar nicht. Nie gesehen, nie getroffen. Sie existieren einzig und allein in ihrem Kopf. Und sie wollen dem unbekannten Vater unbedingt wenigstens ein Mal im Leben sagen, wie sehr sie ihn lieben.

Rollentitel, die wie Magie funktioneren: *der Vater*, *die Mutter*, *die Schwester*, *der Opa* uswusf...  Und auch umgekehrt möchte man diese Rolle so gerne gut füllen. Man möchte gerne eine gute Oma sein, eine gute Mutter...  zählt man zu den Anständigen. Dank der anderen Gruppe wird alles dramatisch durchgemischelt. Und all dieser Hickhack nur, weil Blut angeblich dicker als Wasser sein soll?



Dabei - ganz ehrlich - denkt man dieses Familiendingens mal konsequent durch, ist das nix anderes als ein gutes Konstrukt. Ein erzieherisches Erfolgsmodell, das Verantwortlichkeiten impliziert. Zwei wildfremde Menschen zeugen miteinander Kinder ... und ab dann sind alle verwandt. Wird aus Spaß kein Ernst, bleibt alles wie gehabt. Hey, dabei gibt es nix Natürlicheres als die eigene Brut hochzuziehen bis zur Selbstständigkeit. Das können im Tierreich alle (naja Ausnahmen wie Kuckuck und Konsorten lassen wir mal außen vor).

Versteht mich nicht falsch: im Idealfall findet man geborgene Unterstützung in solch einer Familienbande. Nur wie oft läufts schon ideal? Für mich war die Befreiung aus diesen Strukturen ein Gewaltmarsch. Schon im Elternhaus hatten alle ihre Seilschaften, und für mich blieb nur die Katze. Als diese dann auf einmal verschwand und nicht mehr wiederkam, war das der Auslöser für einen Umbruch in meinem Leben (ich werde bestimmt an einem grauen Novembertag mal darüber schreiben). Heute bin ich froh, dass diese Familientitel keine Macht mehr über mich haben. 
 

Natürlich wünsche ich mir wie die meisten anderen vermutlich ebenso aus einem guten Stall zu kommen. Aber gäbe es so viele freundliche Frauen und Männer, wäre die Welt eine friedlichere. So halte ich es mit den Mitgliedern meiner Familie wie mit allen anderen Menschen (gleicher Maßstab für alle): wen ich in meine Nähe, in meinen inneren Kreis lasse, der hat sich mir gegenüber anständig zu verhalten, meine Grenzen zu respektieren und meine Freiheit nicht einzuschränken. Um gleiche Maxime bemühe ich mich ebenfalls seit jeher.

Voilà, so simpel sind meine Überschriften unabhängige Foderungen. Seitdem lebe ich ohne Katze und Mischpoke gut. Und vorallem als befreite Zwillingsschwester - befreit nicht nur von Klischees, sondern vorallem von einem Menschen, der mir von Kindheit an viel Kummer bereitet hat.


Die Himmelsbilder schicke ich mal wieder zu Katjas samstägliche Himmelsguckerei...

Freitag, 23. September 2016

Regenzauber: Brombeer-Blondies

Feriengäste mögen keinen Regen. Was den Himmel anbelangt, dürfte er tagtäglich in unablässigem Wüstenblau erscheinen. Da kann die Natur am Zusammenbrechen sein, unsere Zisternen leer, die Bäume fangen an, ihre Blätter zu werfen, das Gras verfärbt sich sandig und das Tal sieht auf den ersten Blick verdorrt aus. Die Frage, die allerdings einem Tourist mit nur wenigen Tagen Aufenthalt im Gepäck brennt ist die, wann denn die Sonne endlich wieder scheint. Ich kann es ja verstehen. Es ist das umgekehrte Sankt-Florian-Prinzip: *verschone uns, verregne die Ferien von anderen.* 

Alle Gartenbesitzer werden nachvollziehen, dass ich dennoch nicht auf Seiten unserer Feriengäste sein kann, sondern ganz und gar Chlorophyll-Lobbyistin bin - und das braucht nun mal WASSER!

Mit dem zweiten Landregentag nach wochenlanger Trockenzeit hüpfte ich daher in bester Stimmung in die Küche, um zu mitteln, zwischen diesen beiden Öl-und-Essig-Unverbindlichen. Zuerst galt es in vollster Parteilichkeit, den so lange herbei gesehnten Regen zu huldigen. Offiziell hingegen wollte ich damit die kleine Regenperiode unseren Gästen versüßen. 

Dafür ist mir Brittas Rezept wieder eingefallen, welches ich hier multipel kombinierte - und in bester Erinnerung behielt. Lediglich den Zucker habe ich deutlich reduziert. Warum das Rad neu erfinden, wenn ich mich mittlerweile durch über 1000 Rezepte gewerkelt habe, die alle nur darauf warten, variiert zu werden...
Zutaten (Backform m:29cm x 21cm)*:

210 g Butter
1 Prise Salz
200 g brauner Roh-Rohrzucker 
2 große Eier
2 EL Grand Manier
2 EL Orangensaft
250 g Mehl, gesiebt
1/2 TL Backpulver
1 Orange, Abrieb davon
1 TL gemahlener Ingwer
1/2 TL gemahlener Kardamom
1 kleine Prise Nelken gemahlen
1 Prise Macis (Muskatblüte)
60 g ganze Mandeln, geschält
2 EL Zucker
1 Pr Salz
150g Brombeeren

Zubereitung: 

Mandeln häuten (m: hier nicht gemacht), trocknen  und sehr grob hacken. In einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, den Zucker hinzugeben und karamellisieren lassen. Butter mit Zucker gut aufschlagen, die Eier, den Likör und das Mark der Vanilleschote hinzugeben und alles gut verrühren. Ofen auf 180° (0-/U-Hitze) vorheizen.

Das Mehl zusammen mit dem Backpulver und den gemahlenen Gewürzen nach und nach unterrühren, gerade so viel, dass alles gut vermischt ist, nicht zu lange verrühren. Ganz zum Schluss die Nüsse unterheben. In eine mit Backpapier ausgekleidete Brownieform geben (Achtung, der Teig ist ein wenig zäh) und gut glatt verstreichen. Zwischen 22-28 Minuten (m: 20-22) backen, rechtzeitig eine Stäbchenprobe machen, der Teig sollte nicht zu lange backen, sondern gerade durch sein. 

*Anmerkung m: schmeckt am besten 1-2 Tage durchgezogen. Dann schneiden sie sich auch *glatter* und nicht so krümelig wie hier direkt nach dem Backen.
Inspiration: Britta von Kamafoodra

Mittwoch, 21. September 2016

Touri-Rosa: Pad Thai

Tuk-Tuk-Fahren entlockt Kinderfreudenjauchzer. In diesem boxautoähnlichem Gefährt zu sitzen, der warme Wind, der durch die Haare zauselt, der Schwung der Kurven - mir fällt niemanden ein, den das nicht in Zuckerwatte-Kirmes-Stimmung versetzt. Zu dritt quetschen wir uns auf den Rücksitz und cruisten durch Bangkok - meine erste Tuk-Tukfahrt überhaupt und obendrein meine erste Reise ganz alleine. Es war der zweite Tag nach Ankunft und gemeinsam mit den beiden anderen Backpackern wollten wir die thailändische Hauptstadt erkunden.

Wie alle Touris befanden wir uns im rosaroten *Die-Welt-ist-schön-Modus*. Begleitendes Gefühl und untrüglicher Indikator für diese getönten Gläser:* Die sind alle so nett hier*. Ein Satz, den ich heute noch sehr oft von unseren Feriengästen höre und bei dem ich IMMER genau an diese Geschichte denken muß. Genau darauf haben wir uns gegenseitig ebenfalls mehrfach hingewiesen. Wie freundlich etwa auch unser TukTuk-Fahrer.

Der hat sich richtig mitgefreut über unser Glück. Also sowas von richtig lucky, meinte er breit lächelnd, denn genau heute wäre Buddhas Birthday. Weswegen nur heute die Möglichkeit bestünde, Tempel zu besichtigen, die sonst nie zugänglich wären. Volle zur richtigen Zeit am richtigen Ort (yeah!).

Gut, wir standen dann an unterschiedlichen Ecken, warteten, warteten auch länger, bis er fertig geraucht hat, bis er mit der immer gleichen Nachricht zurückkam, dass in den Tempeln gerade die Mönche beten und währenddessen kein Zutritt wäre. Wir haben mindestens 4 verschlossene Tempel-Geschichten gebraucht, um den aufgebundenen Bären zu riechen. Aber dann war unsere Sightseeing auch schon zu ende. Hey, andere wurden in verwegene Stadtviertel gefahren, wo die Verkehrsschilder nur noch in thailändisch beschriftet sind, keiner eine Silbe englisch  redet und dann für einen horenten Aufpreis wieder zurück zum Hotel gebracht. Dann lieber die Buddhas Birthday-Nummer...

Wobei ich sagen muß, dass vor 12 Jahren, als ich durch Thailand reiste, die meisten Menschen trotz der Touristenwalze, die damals schon über ihr Land fegte, tatsächlich sehr freundlich mit den Touris umgingen. Das thailändische Essen kann ich gar nicht hoch genug halten. Es zählt (nach all den Reisen mittlerweile) nach wie vor zu meiner Lieblingsküche. Thailändisch hätte ich ewig weiteressen können. Typisches Streetfood dort: das einfache und köstliche Pad Thai. Das gabs dieses Jahr bereits das zweite Mal. Ja, mit viel frischem Koriander...
Pad Thai - thailändische Bratnudeln 2P:

120g Reisnudeln
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 Eier
1/2-1 TL Tamarindenpaste
3 EL Fischsauce
3 TL Reisessig
1 EL Zucker
4 EL Gemüsebrühe
Chili
Erdnüssöl
etwas Gemüse nach Wünsch
(m: Möhren, Buschbohnen, Zucchini...)*
1 Bund Koriander
1 Limette (m: beide Male vergessen)
1 handvoll Erdnüsse

Zubereitung:

Gemüse nach Wahl rüsten - Bohnen gegebenfalls vorab in Salzwasser bißfest garen. Möhren putzen und stiften... Das Weiße der Frühlingszwiebeln fein würfeln, dass Grün in Ringe schneiden. Knoblauch ebenfalls fein würfeln. Den Koriander mittelfein hacken.

Erdnüsse ohne Fett grob gehackt in einer Pfanne rösten.

Die Eier verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzen und in einer kleinen Pfanne in etwas Öl zu Omlett backen. Abkühlen lassen und in dünne Streifen schneiden.

Die Reisnudeln in reichlich Salzwasser kurz kochen (ca. 5min) und abschütten.
In einer großen Pfanne das Erdnussöl erhitzen, darin das Weiße der Frühlingszwiebeln zusammen mit dem anderen kleingeschnittenen Gemüse garen. Dann die Nudeln untermischen und etwa 2min in der Pfanne rühren. Reisessig, Fischsauce, Chilipulver, Gemüsebrühe und Zucker zufügen. So lange in der Pfanne wenden, bis die Nudeln die Sauce aufgesaugen haben. Zuletzt das klein geschnittene Omlett untermengen.

Zum Servieren mit den gerösteten Erdnüssen und dem Koriander bestreuen.

Wer mag serviert  und kann serviert klassischerweise etwa einen scharfen Dip, eingelegten Chilies,  und  Limettenspaltendazu.

*Anmerkung m: Es gibt Varianten mit kleinen getrockneten Krabben, gebratenen Shrimps, Hühnerfleisch oder auch mit Tofu.

Sonntag, 18. September 2016

Wirsing-Wickel - zwischen Herbst und Frankreich

Als Kind hatte ich eine kleine Plastikschildkröte zum Aufziehen für die Wanne. Die machte genau die gleiche Bewegung mit ihren Flossen wie die frisch geschlüpften Schildkröten vom Strand Richtung Meer (wer kennt die Bilder nicht). Aber wie wenige von ihnen erreichen je das Wasser? Eine Heerschar von Vögeln lauert in der Luft genau auf dieses Ereignis. Wie wenige von ihnen erreichen überhaupt je das sagenumwobene Schildkrötenalter von über 200 Jahren?

Die Evolution ist verschwenderisch. 

Wieviele der Kaulquappen entwickeln sich je zu Fröschen? Wieviel Störe bringen ihren Kaviar durch? Wieviel Vogelkinder ziehen nach dem ersten Sommer mit in den Süden? Wieviel Schmetterlinge leben lange genug um sich zu paaren? Wieviel Samen muß man ausbringen, damit eine Pflanze Früchte hervorbringt? Die Evolution ist verschwenderisch.

NATÜRLICH sind wir dementsprechend stolz wie Bolle, wenn einer unserer Zöglinge sich zu einem richtigen Prachtkerl mausert. Ich erinnere mich sofort an unsere riesige Cœur-de-Bœuf Tomate deren Gewicht von angeberischen 700g  uns beinahe einen Auftriff im hiesigen Ortsblättchen eingebracht hätte.... hätten wir die Tomate nicht vorher gegessen. Oder jetzt dieser Wonneproppen-Wirsing. 

Ich bekam ihn eben so noch hochgehalten. Mit einer Hand. (Gut, bei solchen Garten-Legenden mutiert man wohl zum Angler). Aber ganz ohne Untertreibung ernährt ein solcher Wirsing mehrere Fußballmanschaften! Beginne ich mit den Wickeln, die herbstlich anmuten mit den Champignons, gerne ersetzt durch Waldpilze (darauf freue ich mich schon - mit dem Regen geht die Pirsch wieder los), während die Füllung dank der Salzzitrone französisch-sommerlich-anmutig bleibt.
Zutaten:

8 Blatt Wirsing
250g weiße Bohnen, gekocht
(m: Dose)
70g Bulgur, gekocht
30g Tomate, confit
1/2 Salzzitrone, fein geschnitten
1/2 Bund Thymian
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Gemüsebrühe
Öl

300g Champignons
1 Schalotte
Noilly Prat
Kokosmilch (oder Sahne)
100ml Gemüsebrühe
1 TL Pilzpulver
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl
Petersilie, fein gehackt

Zubereitung:

Den Bulgur und doppelter Menge Wasser aufsetzen und ca. 10min köcheln lassen. Deckel abnehmen und etwas ausdampfen lassen. Die Schalotte und den Knoblauch fein würfeln. Zusammen mit dem Thymian in Ölivenöl glasig dünsten. Die Bohnen abspülen und abropfen lassen In einem kleinen Topf die Bohnen grob anpürieren. Mit dem Couscous, den Schalotten und der Salzzitrone vermengen. Abschmecken mit Salz, Pfeffer, Piment und Tomaten-Confit.

Die Wirsingblätter in reichlich kochendem Wasser ca. 5min garen und mit kaltem Wasser abschrecken (blanchieren). Die dicken Blattrippen glatt schneiden. Die Blätter mit einem Küchentuch trocken tupfen. Jeweils einen guten Eßlöffel Füllung auf das untere Ende des Kohlblattes setzen. Die gegenüberliegenden Seiten der Blätter etwas einschlagen und zur Roulade rollen. (Wer mag, fixiert nun mit Küchengarn - es geht aber auch ohne).

Öl in einer Pfanne erhitzen und die Rouladen zuerst mit der Nahtseite nach unten anbraten, dann ringsherum. Etwa 50ml Gemüsebrühe angießen und bei geschlossenem Deckel und leichter Hitze gut 10min garen lassen.

Währenddessen die Pilzsauce zubereiten. Dafür die Pilze von den Stielen trennen und die Köpfe in Scheiben schneiden. Bei großer Hitze die Pilze ohne Fett in einer Pfanne braten. Die Schalotte fein würfeln, ebenso die Stiele. Die fertigen Champignons in eine Schüssel geben und in der gleichen Pfanne bei reduzierter Hitze die Schalotte gemeinsam mit den fein gehackten Pilzstielen braten. Mit Noilly Prat ablöschen. Etwas Gemüsebrühe  anschütten. Das Pilzpulver untermischen. Salzen, pfeffern und mit Piment würzen. Die gebratenen Pilze zufügen und nochmals kurz köcheln lassen (wer mag bindet die Sauce etwas sämiger). Zum Servieren mit etwas feingehackter Petersilie garnieren.

Freitag, 16. September 2016

Übergang: Matjessalat mit Nektarinen

Das ist DER Salat für den Übergang von Sommer Richtung Herbst. Für Matjes hege ich ja eine wiederkehrende Schwäche. Nicht oft, aber doch so 2 bis 3 Mal im Jahr kommt es über mich. Und genau dafür habe ich eigentlich immer welche eingefroren. Denn Matjes zählt wie Buttermilch zu meinem Exportgut aus Deutschland.

Klassischerweise wird der Matjessalat mit Äpfeln zubereitet. Hier nach Schuhbeck mit Birnen. Den Post samt Bildern wollte ich eigentlich ausgemistet haben... soweit ich mich erinnere - die Bilder *seufzzz* (leere Worte, so kann ich jetzt zumindest darauf verlinken). Das Obst wird bei diesem Rezept mit Pfirsichen ersetzt. Ich fands superlecker! Matjes halt. Fränzis - da bin ich mir ziemlich sicher - dürfte ich diesen Salat jedoch nicht anbieten. Zu weit weg von der klassischen cuisine française...
Zutaten 2P:

4 Matjesfilets (ca. 250g)
1 Nektarine (m: halb gelb/ halb rot)
2 Frühlingszwiebeln
150g griechischer Joghurt
50g Crème Fraîche
etwas Zitronensaft
1 TL Senf (m: Dijon)
Salz, Pfeffer
2 EL Zitronensaft
etwas Holunderblütensirup
1 Bund Dill (m: etwas Schnittlauch)

Zubereitung:

Die Nektarine vom Kern befreien und in dünne Scheiben schneiden. Das Weiße der Frühlingsszwiebeln fein würfeln, das Grün in Ringe schneiden. Den Matjes in etwa 2cm große Stücke schneiden.

Aus dem Joghurt, der Crème, dem Zitronensaft, dem Holunderblütensirup und dem Senf ein Dressing mischen. Alles miteinander vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit etwas Schnittlauch bestreuen (oder wer hat mit Dill).

Inspiration: Essen und Trinken

Donnerstag, 15. September 2016

an Politik teilnehmen


Sagen wirs mal vorsichtig: Politik begeistert bin ich nicht. Also deutlich weniger als damals, als ich aus voller Überzeugung mein Kreuz bei den Grünen machte, für die ich mich entschied, weil sie mir drei grundlegende Versprechungen gaben: für die Natur, gegen Atomkraft, für Parzifismus. Und dann führten sie als erste Partei nach dem NS-Regime Deutschland wieder in den Krieg. Mit meiner Stimme!!! Das hat nachhaltige Spuren hinterlassen. Seither kämpft die Politik bei mir um Glaubwürdigkeit - und zwar nach dem guten, alten Bibel-Prinzip: *an den Taten werdet ihr gemessen*.

Immer wieder habe ich mich gegen TTIP positioniert. Vorneweg weil ich mich an den schlichten Symbolismus der Mittelalter-Literatur erinnerte: Alles, was im Dunkeln, Verborgenen, Geheimen stattfindet, ist böse, alles, was das Licht nicht scheut, ist gut. Bon, die Frau Bundeskanzlerin kündigte bereits an, dass das Handelsabkommen auf jeden Fall zustande kommen wird. Auch ist hinlänglich bekannt, dass diese Entscheidung auf EU-Ebene verschoben wurde (dort, wo der Lobbyismus besondere Blüten treibt) und die nationalen Parlamente eh keinen Einfluß mehr nehmen können. Nun steht zudem fest, dass Bayer Monsanto übernimmt - mit Hinblick auf einen sich öffnenden, europäischen Markt.

Wen interessieren da die paar Unterschriften dagegen?

Aber warum nicht den Don Quijote hochhalten. Wenn ihr in einer der sieben deutschen Großstädte lebt - in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leibzig, Stuttgart oder München  - Lust und Zeit für einen Spaziergang mit andernen habt, dann könnt ihr an den Demonstrationen gegen TTIP teilnehmen, die alle zeitgleich übermorgen, am 17.September stattfinden. Näheres siehe hier oder hier.

*Anmerkung m: das Foto zeigt, wie sehr der Buchsbaumzünsler in unserer Region zur Plage wurde


Mittwoch, 14. September 2016

Knusperknusperknäuschen - Knäckebrot

Einiges, von dem, was ich in der Küche zubereite, mache ich in Hinblick auf andere. Um es am Schluß selbst zu essen. Wobei das nicht oft passiert, dass ich selbst derart angefüttert bin, dass ich mich nicht mehr vom Napf gerissen bekomme.

Das letzte Mal ergings mir so bei diesem Schoko-Eis (das ist SO zartschmelzend!). Klammheimlich habe ich nacheinander die Box leer geschleckt. Nicht ohne schlechtes Gewissen bei soviel Geheimniskrämerei und Hinterhältigkeit. Und ohne wenigstens mit dem Habib zu teilen. Für die zweite Portion hoffe ich, mich mehr am Riemen zu reißen und mir nicht wieder selbst die Hänsel-Gretel-Knusperhexe zu machen.

Doch weiter gings, dann buk ich dieses Knäckebrot - eigentlich zum Apéro. Mit dem Erfolg, dass ich es nun in großer Beharrlichkeit vorallem selbst wegknabbere. Es ist bereits das dritte Knäckebrot-Rezept, das ich ausprobiert habe. Im Fazit schließe ich mich ganz Susanne an: knusprig ohne hart zu sein, dabei sehr luftig, der Sauerteig verleiht eine schöne Würze und der Teig läßt sich dank seiner Konsistenz prima verarbeiten. Empfehlung!
Zutaten:

Sauerteig - ca. 10h Reifezeit:
2g ASG
50g Roggen 1050
50g Wasser 

Hauptteig:
Sauerteig
250g Roggenvollkornmehl
175g Weizenmehl 550

250g Wasser
15g Gerstenmalz (Original: Honig)
6g Salz



Gewürze oder Körner zum Bestreuen nach Wahl

Zubereitung:

Sauerteig morgens ansetzen. Abends erst mit dem fertigen Sauerteig für den Knäckebrot alle Zutaten erst mit einem Holzlöffel, dann von Hand zu einem Teig verkneten. Die Schüssel luftdicht abdecken und den Teig über Nacht gehen lassen. Wenn der Teig seine Größe verdoppelt hat und innen ganz luftig ist, kann gebacken werden. 

Am Morgen den Backofen auf 200°C vorheizen. Dabei gleich ein Blech zum Mitheizen einschieben.

Die Arbeitsfläche bemehlen. Den Teig vierteln. Das erste Stück kurz duchkneten und zu einer Kugel formen. Die Kugel mit der Hand leicht flach drücken und zu einem Rechteck ausrollen. Aufpassen, dass Teig und Arbeitsfläche ausreichend bemehlt sind; der Teig ist klebrig. Den Teig auf ein Stück Backpapier heben und weiter ausrollen (ca. 2mm dick), bis er das Papier fast ganz ausfüllt.

Mit einem Pizzarad in die gewünschten Formen schneiden, die Stücke jeweil mit einer Gabel mehrfach einstecken. Mit etwas Wasser besprühen und mit einem Topping der Wahl bestreuen (das Topping leicht andrücken, sonst fällt es nach dem Backen schnell ab)
.
Zum Backen das Backpapier auf das heiße Backblech ziehen und den Teig  ca. 10 min backen. Öfter mal einen Blick in den Ofen riskieren, damit nichts anbrennt.

Mit dem restlichen Teig genauso verfahren.
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