Samstag, 25. April 2015

Vesperzeit: das große Bauernbrot

Das große Bauernbrot von Lutz gehört für mich eindeutig in die Kategorie Vesperbrote. Da sehe ich sofort eine Frau mit prallem Dekolleté den ganzen Laib einhändig an ihre Brust drücken und mit der anderen Hand schneidet sie auf sich zu mit einem gezackten Messer dicke Scheiben davon ab. Entweder für die hungrige Brut, die bereit steht wie die Orgelpfeifen oder um einer Meute Bauarbeiter - aufgereiht wie die Dalton Brüder - die Brotzeit zu richten.

Mir hat das Backen eines für unsere Verhältnisse sehr großen Brotes viel Spaß gemacht, auch wenn es mit seinem Vorteig, der 3-4 Tage im Kühlschrank reift, eine etwas längere Vorbereitung benötigt. Das Ergebnis wird seinem Namen in Gänze gerecht: so stelle auch mir ein *großes Bauernbrot* vor. Prima.
Zutaten:

Vorteig (Pâte fermentée):
200 g Weizenmehl 1050
120 g Wasser
6 g Frischhefe
4 g Salz

Roggensauerteig:
300 g Roggenmehl 1150
270 g Wasser
30 g Anstellgut

Quellstück:
60 g Altbrot (getrocknet, gemahlen)
120 g Wasser
16 g Salz

Hauptteig:
Vorteig
Sauerteig
Quellstück
300 g Roggenmehl 1150
200 g Weizenmehl 1050
105 g Wasser (m: Buttermilch)
10 g Butter (m: Walnussöl)


Zubereitung:


Die Vorteigzutaten von Hand zu einem festen Teig verkneten und 3-4 Tage bei 3-5°C im Kühlschrank lagern.

Die Sauerteigzutaten vermengen und 20 Stunden bei 20°C reifen lassen.

Altbrot mit Salz für 8-12 Stunden in Wasser einweichen und dabei kühl lagern.

Alle Zutaten 5 Minuten auf niedrigster Stufe und 5 Minuten auf zweiter Stufe zu einem mittelfesten Teig kneten (Teigtemperatur 28°C).

2 Stunden Gare bei 24°C. Nach 60 Minuten ausstoßen.

Den Teig rundwirken und 70 Minuten bei 24°C mit Schluss nach oben im Gärkorb zur Gare stellen (fast Vollgare). Den Gärkorb vorher leicht mit Kartoffelstärke abstäuben.

Den Teigling mit Schluss nach unten auf Backpapier oder einen Brotschieber stürzen und mit Wasser abstreichen oder absprühen. (m: mit dem Schluss nach oben gebacken ohne das Brot abzustreichen).

Bei 280°C (250°C) fallend auf 200°C 70-75 Minuten mit Dampf backen. Direkt nach dem Backen nochmals mit Wasser absprühen.

Donnerstag, 23. April 2015

Apropos Brokkoli - Spaghettoni mit Brokkoli, Bleu und Rucola

Ich weiß' nicht, ob Sie es wußten, aber auf Brokkoli gibt es neuerdings ein Patent. Jaha, den konventionell gezüchteten. Beantragt wurde dieses Patent von einer Tochterfirma des US-Konzerns Monsanto und erteilt wurde es vom Europäischen Patentamt. Hiermit gratuliere ich der EU mit sämtlichem mir zur Verfügung stehendem Sarkasmus, damit Steigbügelhalter für eine angehende, globale Lebensmittelversorgung zu sein, die von Großkonzernen abhängig ist. Wir reden von einem Urteil, das wohl lediglich der Beginn einer Entwicklung einläutet: ab nun wird es Patente auf Pflanzen nur so hageln. Ein auffällig leiser Dammbruch, dank einem erstaunlich geringem Presse- und Medieninteresse.

Wie trickreich von der Tochtergesellschaft von Monsanto dafür eigentlich bestehendes europäisches Recht umgangen wird, erklärt in knackigen fünf Minuten dieser Beitrag von Quer.

Ich gestehe: so langsam fühle ich mich mehr und mehr in die weitverbreitete *Nach-mir-die-Sinflut-Mentalität* gedrängt. Zumal ich mich als mündiger Bürger in meiner Meinung zunehmend übergangen fühle. Und wir wissen alle, dass selbst Don Quichote irgendwann die Puste ausging...

Aber eigentlich wollte ich etwas ganz anderes erzählen, wäre mir die Politik nicht dazwischen gekommen. Bei einem Stadtausflug kehrten wir mittags bei einem kleinen italienschen Resto ein und nahmen die Tages-Pasta. Es gab Nudeln mit Gorgonzola-Sauce. Soweit okay, aber sehr mächtig, weil der Käse lediglich in Sahne geschmolzen wurde. Und ich fühlte mich an meine innig gehütete Antwort von Jane Goodall erinnert. Diese erwiderte auf die Frage, wie sie sich nur berufen fühlen konnte, so in die Wildnis zu gehen, dass sie schon IMMER gewußt habe, dass sie Tarzan eine bessere Jane gewesen wäre... 

Eben so, wie ich in dem Resto augenblicklich wußte, dass ich diese Pasta besser hinbekommen hätte: leichter, mit Gemüse, frischem Grün und etwas Crunch - dabei bleibt es eine Quickie-April-Pasta. Ihr wißt ja: an Brokkoli gibts nicht viel zu putzen... Und es ist sowas von einer guten Gelegenheit auf meinen liebsten Lieblingsbleu hinzuweisen, den Fourme d'Ambert - einer der ältesten Käsesorten Frankreichs überhaupt und ein besonders milder Blauschimmelkäse obendrein, bref: Vive le fromage français!
Zutaten:

200g Spaghetti (m: Spaghettoni)
1 Brokkoli
1/2 Bund Rucola (m: aus dem Garten)
1 Knoblauchzehe
100g Gorgonzola (m: Fourme d'Ambert)
100ml Milch
50ml Sahne
50ml Weißwein
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
1/2 Zitrone, der Abrieb davon
Piment d'Espelette 

1 EL Butter
2 EL Semmelbrösel (oder hälftig Panko)

Zubereitung:

Den Brokkoli in kleine Röschen teilen, vom Strunk das untere Ende abschneiden und den Stiel schälen. Den Brokkoli in kochendem Salzwasser bißfest garen. Abschütten und mit kaltem Wasser abschrecken (dem schönen Grün zuliebe). Die Teile des Stiels zur Seite nehmen, den Rest des Brokkoli warm stellen.

Gleichzeitig reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Pasta darin al dente garen.

Währenddessen den Ruccola waschen und trocken schleudern. Den Knoblauch schälen, vom Keim befreien und fein hacken. Den Gorgonzla-Käse in kleine Stücke schneiden.

In einem kleinen Topf die Milch zusammen mit der Sahne und dem Weißwein erhitzen. Den Knoblauch dazugeben und den Käse darin schmelzen. Nun die Brokkoli-Stiel-Stücke dazugeben und die Sauce mit einem Zauberstab pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen, sowie mit Muskatnuss-Abrieb, Piment d'Espelette und Zitronenabrieb abschmecken.

Die Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen und die Semmelbrösel darin goldbraun rösten.

Die Pasta abschütten, den Ruccola, den Brokkoli und die Sauce miteinander vermengen. Gegebenenfalls nochmals abschmecken. Mit den Semmelbrösel bestreuen und servieren.

Dienstag, 21. April 2015

Aprilpasta: Pilz-Risoniotto mit Zuckererbsen, Schnittlauch und pochiertem Ei

Mit dieser Woche starte ich eine weitere kleine Serie: die der April-Pasta. Viel neues Gemüse gibt es ja noch nicht, das heißt, es wird ein bißchen à la *ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm* gekocht. Ein Schritt vor, einer zurück, etwas frisches Grün, ein bißchen Wintergemüse, ein apriliges Wechselbad eben.

Diese Pasta ist inspiriert aus *Täglich Vegetarisch* von Hugh Fearnley-Whittingstall. Ich rüschte sie auf mit den ersten Zuckererbsen (ja, Marokko, ich konnte nicht widerstehen), herrlichem Schnittlauch und Petersilie aus dem Garten und einem Daniel-Düsentrieb-Ei. Außerdem wurde ein Teil der Pilze gebraten wie es Astrid zeigt: das kizzelt dem ordinären Champignons ein feines Nussaroma aus den Lamellen. Abgeschmeckt mit Pilzpulver, Zitronenzesten und Balsamico-Reduktion... tja, und schon steht innerhalb einer halben Stunde ein köstliches Pastagericht auf dem Tisch.

Zutaten 2P:

150g Risoni (reisförmige Nudeln)
400g Pilze (m: Champignons, weiß/ braun)
100g Zuckererbsen
1 EL Butterschmalz
1 TL Pilzpulver
2 Knoblauchzehen, vom Keim befreit, fein gehackt
einige Zweige Zitronenthymian
75ml Weißwein
1 TL Balsamico (m: Reduktion)
50g crème fraîche
Salz, Pfeffer
1 TL Zitronenschalen-Abrieb
1 EL gehackte Petersilie
1/2 Bund Schnittlauch
2 Eier

Zubereitung:

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Risoni darin al dente garen (dauert ca. 6-8min). Abschütten und abtropfen lassen.

Die Zuckererbsen gipfeln, gegebenfalls den Faden entfernen und in Streifen schneiden. In kochendem Salzwasser 2min blanchieren, abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Zur Seite stellen.

Die Pilze putzen. Von der Hälfte der Pilze den Stiel entfernen, die andere Hälfte in dicke Scheiben schneiden. Die Hälfte Butterschmalz in einer Pfanne bei mittlerer bis starker Flamme erhitzen und die in Scheiben geschnittenen Pilze zusammen mit den ebenfalls etwas kleiner geschnittenen Stielen braten. Dabei umrühren und die Pilze so lange garen, bis die Flüssigkeit verdampft ist und die Pilze etwas Farbe angenommen haben. 

Parallel in einer zweiten Pfanne die Champignons-Köpfe mit Geduld à la Astrid in der anderen Hälfte Butterschmalz karamellisieren lassen.

Einen weiteren Topf aufsetzen, um pochierte Eier nach Daniel Düsentrieb-Art herzustellen - damit die Eier gleichzeitig mit der Pasta fertig werden.

Zu den in Scheiben geschnittenen Pilzen nun den Knoblauch und den Thymian beigeben und 2min mitbraten. Den Weißwein angießen und einreduzieren lassen. Die Crème unterrühren, den Balsamico sowie das Pilzpulver und salzen und pfeffern. Die Pasta unter das Pilzgemüse rühren, die Zuckerschoten untermenge, den Zitronenabrieb, die gehackte Petersilie und die Champignons-Köpfe.

Die Pasta auf zwei Teller verteilen, die pochierten Eier darauf setzen und mit Schnittlauch-Röllchen bestreuen.
diese zwei setzen sich für den Erhalt der *Holzbiene* ein...
Inspiration: *Täglich Vegetarisch* von Hugh Fearnley-Whittingstall

Sonntag, 19. April 2015

zartschmelzende Fenchelsuppe nach Lea Linster

Über Konsistenzen könnte ich ganze Bücher mit ausschweifenden Abhandlungen füllen. Herje, es gibt so viele Gerichte, bei denen knapp daneben auch vorbei ist: wegen der Konsistenz. Ob Grießbrei, Porridge, Mousse oder Suppen. Ach, ihr wißt, was ich meine. Gerade bei Suppen neige ich ja dazu, daraus eher einen Babybrei zu pürieren.

Bei so viel realistischer Selbsteinschätzung darf ich mir bei dieser Suppe allerdings ausnahmsweise selbst auf die Schulter klopfen. Denn ein Teil des Erfolges dieser Suppe - wir waren beide sehr begeistert - war schlicht die perfekte Konsistenz. Nicht zu dick, nicht zu wässrig, einfach genau richtig, schaumig, zartschmelzend cremig.

Da brauchts dann gar nicht mehr so viel zusätzlich. Das entscheidene Gewürz, welches der Suppe aber dennoch eine weitere Drehung gibt, ist der Sternanis. Wir waren kurz davor, mit den Fingern die Suppentassen auszuschlecken...
Zutaten für 2-3:

2 Fenchelknollen (ca. 600g)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Kartoffel
1/2 Teelöffel Fenchelsamen
1 Sternanis
Olivenöl
1 l Hühnerfond (m: Gemüsebrühe)
Salz
weißer Pfeffer
100 ml Milch
100 ml Sahne
2 TL Zitronensaft

zum Dekorieren
etwas geschlagene Sahne, Olivenöl und Fenchelgrün

Zubereitung:

Den Fenchel putzen und in grobe Stücke schneiden. Die Kartoffel schälen und würfeln. Zwiebel abziehen und ebenfalls würfeln. Die Zwiebeln mit etwas Olivenöl in einem Topf andünsten. Dann den Fenchel hinzugeben und ca. 2 Minuten mitdünsten.

Mit Hühnerfond auffüllen. Die Kartoffelwürfel hinzugeben und den Knoblauch dazu reiben.

Fenchelsamen und Sternanis in ein Teefilter geben, gut verschnüren und mit in die Suppe hängen.

Alles zusammen gute 30 Minuten köcheln lassen. Die Sahne und Milch hinzurühren und die Suppe nochmal kurz aufkochen lassen. Das Gewürzsäckchen entfernen und die Suppe pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Die Suppe in die Teller geben und jeweils mit einem Klecks Sahne, Fenchelgrün und ein paar Spritzern Olivenöl anrichten
Quelle: Lea Linster

Freitag, 17. April 2015

Brennnessel-Gnocchi nach Douce Steiner

Jeder Gärtner ist vermutlich froh, um jedes Unkraut, das nicht in seinem Garten wächst - vorallem, wenn die Nutzungsgröße des Gartens überschaubar ist. Ich bin also nicht traurig, dass ich, um Brennnessel zu ernten, rübergehen muß in Nachbarsgarten, für einen Mundraub an dessen Brennnesselbestand - für das Ende meiner Frühlingskraut-Triologie mit Douce Steiner.

Trotzdem gehört die Brennnessel für mich seit Kindheit an zu einem selbstverständlichen Wald-und Wiesenbild. Wer kennt das Märchen von Hans Christian Andersen "Die wilden Schwäne" nicht, in dem die stumme Schwester ihre sieben Brüder nur erlösen kann, wenn sie sieben Hemden aus Brennnesseln fertigt. Auch in Victor Hugo's Roman "Les Miserables - Die Elenden" erhält die Brennnessel einen Auftriff, in der Szene, in der ein Mann in einem armen Dorf auftaucht, um dort die Leute zu lehren, die allverbreitete Brennnesseln zu nutzen, die nur als "Unkraut" wahrgenommen wird.

Tatsächlich zählt die Brennnessel sogar zu den großen Heilpflanzen der Allopathie - Maria Treben widmet dieser Pflanze in ihrem Heilkräuterbuch ganze drei Seiten. Brennnessel gilt u.a. als blutreinigend und blutbildend, ist verdauungsfördernd und ihr wird eine entgiftende und stoffwechselanregende Wirkung nachgesagt. Schade eigentlich, dass wir mit den Pflanzen vor unserer Haustür nur noch so wenig anfangen. Zumal es ohne Brennnessel so wunderschöne Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge nicht gäbe.

Vor Kurzem sah ich eine Doku über den Zusammenhang von Pestiziden und dem Bienensterben - ein Thema, das schon bald seit 20 Jahren behandelt wird. Aufhorchen ließ mich allerdings dieser Satz, auch weil ich mich erschrak, dass mir das selbst seither nicht ins Auge gestochen war, nämlich als der Reporter am Ende seines Beitrags anmerkte, wie *sauber die Windschutzscheibe ihres Autos auf dem Heimweg* blieb. Stimmt. Früher mußte man bei längeren Autofahrten die Scheiben regelmäßig *freikratzen*, so verklebt waren sie von all den Mücken und Fliegen. An den Tankstellen standen dafür auch immer extra Scheibenwischer bereit.

Die Bienen haben mit den Imkern eine Lobby, die sich um ihren Schutz müht. Aber wer setzt sich ein für all die anderen - augenscheinlich vielleicht nutzlosen - Fliegengewichte, die einen Großteil der Artenvielfalt ausmachen? Und kann man die Uhr überhaupt noch rückwärts drehen, oder haben wir uns mit dem Artensterben - im Großen wie Kleinen - längst abgefunden?
Zutaten 2P*:

500g Kartoffeln, mehligkochend mit Schale (m: Mona Lisa)
1 EL Meersalz
100g junge Brennnesselblätter, gewaschen*
1 Eigelb
2 EL Mehl
20g Parmesan, fein gerieben
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
50g Butter
4 Brennnesselblätter, ungewaschen
3 EL Pflanzenöl

Zubereitung:

Den Backofen auf 160° (OU-Hitze) vorheizen. Die Kartoffeln (ca. 5 Stück) zusammen mit dem Meersalz in eine feuerfeste Form setzen und ca. 1 Stunde lang garen.

Die Brennnesselblätter vom Stiel entfernen (m: mit Handschuhen), waschen und in Salzwasser blanchieren (etwa 3min). Mit eiskaltem Wasser abschrecken. Die Brennnesselblätter sorgfältig ausdrücken (so trocken wie möglich) und sehr fein hacken.

Die Kartoffeln schälen und noch warm durch die Kartoffelpresse drücken. Das Mehl, das Eigelb, den Käse sowie die gehackten Brennnesseln zufügen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Mit dem Holzlöffen (m: mit den Händen auf meiner Arbeitsfläche) einen homogenen Teig herstellen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dritten und nacheinander zu Rollen von etwa 2cm Dicke formen. Stücke von 2-3cm Größe abschneiden und mit den Händen zu Gnocchi rollen (m: kugelig geformt). Wer mag rollt sich auch über ein Gnocchibrett oder drückt sie mit einer Gabel ein.

Die Gnocchi in reichlich Salzwasser etwa 1min kochen (bis sie nach oben steigen). Auf einem leicht geölten Backblech zwischenlagern und mit Folie abdecken.

Vor dem Servieren die Butter bräunen und die Gnocchi darin schwenken.

Als Dekoration die 4 Brennnesselblätter in dem Pflanzenöl geweils von beiden Seiten ca. 5 Sekunden frittieren (werden sehr schön gläsern - sowohl im Geschmack wie in der Konsistenz).

*Anmerkung m: sehr schöne, kartoffelig-luftige Gnocchi

Die Brennnessel lassen sich durch Bärlauch oder Basilikum ersetzen. Man kann diese Kartoffelgnocchi ebenso mit Thymian, Majoran oder Rosmarin parfümieren.
... ein mindestens ebenso entspanntes Wochenende euch allen...
Quelle: Douce Steiner - Meine leichte Küche

Dienstag, 14. April 2015

Tarte bressane - Omas Rahmkuchen auf französisch

Wer mit einer Oma aufgewachsen ist, der kennt vermutlich auch einen Art Rahmkuchen - Inbegriff eines schnellen Landkuchens. Meine Oma machte - selbstredend - den allerbesten: auf einfachem Hefeboden wurde Schmand verstrichen, darüber Zucker und Zimt gestreut und nachher lauwarm mit den Fingern gegessen.

Dieses Rezept von Douce Steiner zeigt nun die französische Variante (eine Spezialität der Bresse, genau, von woher die bekannten Hühner herstammen), nämlich mit einem Briocheteig als Boden und Crème fraîche als Belag. Mme Steiner erfrischt den Kuchen mit Limetten- und Zitronenabrieb und einigen, wie sie es sich so schön wünscht *Zitronenmelissen-Spitzen*, die der Garten wieder in aller sprießenden Zartheit anbietet. Nicht d'accord gehe ich mit ihrer Zuckermenge, mit der man diese schlichte Tarte erschlagen könnte. Stattliche 150g kann man für meinen Geschmack guten Gewissens auf die Hälfte reduzieren.

Wer Lust hat, darf sich hier eine kleine Vorstellung einholen von dem Ausmaß meiner Unprofessionalität, mit der ich dieses Blog führe. Es kam mir entgegen, dass nicht noch nachgehakt wurde, wie ich meine Fotos organisiere - ein Bereich, in dem sich weitere Abgründe auftun würden...
Zutaten*:

350g Mehl
65g Zucker
1 Pr Salz
1/8 l Milch, lauwarm
15g Hefe
2 Eier
40g Butter, gewürfelt

3 EL Crème fraîche
150g Zucker (m: 75g)
1 Eigelb (m: Sahne)
1 Limette, abgeriebene Schale
1 Zitrone, abgeriebene Schale
8-12 Zitronenmelissen-Spitzen

Puderzucker
Zubereitung:

Die Hefe in der lauwarmen Milch lösen und zusammen mit dem Mehl, dem Zucker und der Prise Salz verkneten - und vierzig Minuten gehen lassen (m: das erschließt sich mir nicht ganz, da der Teig ohne Eier und Butter sehr krümelig ist und ich ihn bei deren Zugabe lange kneten mußte, damit daraus noch ein homogener Teig wurde/ nächstes Mal gebe ich alle Zutaten auf einen Schlag zum Kneten).

Nun Eier und Butter zufügen und solange kneten bis ein glatter Teig entstanden ist. Über Nacht in den Kühlschrank stellen (m: bei mir stand er dort sogar zwei Nächte - das Leben kam mir dazwischen... tat seiner Luftigkeit aber keinen Abbruch).

Ofen auf 180° (O/U-Hitze) vorheizen

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen, auf ein Backpapier verfrachten und 2mm dünn ausrollen (m: etwas dicker, ca. 4mm/ rund geschnitten - aus den Resten noch ein extra kleines Küchlein gebacken). Den Rand einschlagen (krempeln, krendeln), den Boden mit der Crème bestreichen und mit dem Zucker bestreuen. Den Rand mit Eigelb (m: Sahne) bepinseln.

Die Tarte in den vorgeheizten Backofen geben (m: auf meinem Lochbackblech) 25min backen.

Mit Limetten- und Zitronenabrieb bestreuen, ebenso die Zitronenmelissen-Spitzen darüber streuen und mit Puderzucker bestäuben. Lauwarm essen. Gerne mit den Fingern...
Sie heißt *Wildtulpe*
Quelle: Douce Steiner - Meine leichte Küche

Sonntag, 12. April 2015

Frühlingskrautgefühle mit Douce Steiner - gebratene Bärlauchpolenta

*Douce Steiner - na, wo habe ich den Namen doch vor Kurzem mal gelesen*... wirds bei dem ein oder andern klingen. Und genau: Robert lenkte unser aller Aufmerksamkeit auf die mit zwei Michelinsternen dekorierte Douce Steiner. Mein Glück, dass ich Roberts Inspiration nur zu gerne folge. Deshalb läute ich hier Tage voller frühlingskrautgrüner Gefühle mit Douce ein. Anfang darf der Bärlauch machen.

Mit einem Rezept von ihr im Kopf pilgerte ich zu meinen Bärlauchgründen, in das Flußtal, in das es vorallem unsere kletterbegeisterten Feriengäste magisch zieht (coucou liebe Verena ;). Herje das ist so idyllisch dort. Man möchte sich in den Glauben fallen lassen, dass die Welt noch in Ordnung ist. Ein Fränzi, angelnderweise unterwegs, fragte mich erstaunt, was ich da sammle. Mit Bärlauch kannst du in der Drôme die Fränzis verblüffen - kennt kein Mensch. Und sie können sich auch nicht vorstellen, dass man Bärlauch in Nachbarländern bundweise auf dem Markt kaufen kann.

Setzte ich letztes Jahr auf Bärlauch-Pesto, brachte mich Douce dieses Jahr auf Bärlauchöl. Damit verwandle ich meine Kraut-Ernte auf einen Schlag und bin in alle Richtungen offen. Gut, oder? Sehr gut gefällt mir auch diese Polenta (die Käseknusper-Seite!), die mit wirklich wenig Aufwand ordentlich was rausreißt. Das sind mir ja die liebsten Rezepte. Und: sie eignet sich prima als *Salat Plus*-Essen...

Außerdem kann man hierfür lässig die Instantpolenta verwenden, die sonst noch nicht einmal ansatzweise  die *echte* Tessiner Polenta (s. hier), die ich dank Sabine kennen- und liebenlernte, ersetzt.
Zutaten ca.3P:

1/2 l Gemüsebrühe
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
1 Zweig Thymian
1 Rosmarinzweig
125g Polentagrieß
2-3 EL Bärlauchöl*
40g Parmesan
(m: 30g + 2 EL Semmelbrösel)
1 EL Sahne
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

1 Eigelb
Öl zum Braten

Bärlauchöl:
1 Bund Bärlauch
Olivenöl
Meersalz
 Zubereitung:

Den Bärlauch waschen, trocken schleudern und zusammen mit dem Öl und dem Salz pürieren (m: ca. 50g Bärlauch, 1 TL Meersalz und 50ml Olivenöl). Wer hat verwendet dafür einen Thermomix (m: Zauberstab/ für die Polenta gab ich das Öl durch ein feines Sieb).

Die Brühe zusammen mit dem Knoblauch, dem Thymian und dem Rosmarinzweig aufkochen und ca. 15min ziehen lassen. Dann durch ein Sieb gießen.

Die Brühe zurück in den Topf geben, nochmals aufkochen und den Polentagrieß einrießeln lassen und unter ständigem Rühren 5min köcheln lassen. Dann vom Herd ziehen, das Bärlauchöl, die Hälfte des geriebenen Parmesan und die Sahne unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Piment d'Espelette würzen.

Die Polenta auf ein mit Folie ausgelegtes Backblech streichen (m: ca. 1-1,5cm dick) und erkalten lassen. (Bis hier hin auch am Vortag machbar).

Nun die Polenta von einer Seite mit dem Eigelb bestreichen und den restlichen Parmesan darüber streuen (m: Parmesan + Semmelbrösel). Etwas andrücken, damit die Schicht besser hält. Nun in gewünschte Form schneiden.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Polenta zuerst von der Parmesanseite anbraten (etwa 3min), dann wenden und von der anderen Seite nochmals 1-2min braten.
Quelle: Douce Steiner - Meine leichte Küche
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