Donnerstag, 21. Mai 2015

Mal unaufwendig: Erdbeer-Törtchen mit Brandteig

Jedes Mal, aber wirklich noch jedes Mal wundere ich mich kringelig, wieso die Statistik besagt, dass ihr bei mir besonders auf den Süßkram abfährt. "Ähhhh" hats bei mir dann immer gemacht: "WIESO??? Wieso guckt ihr dafür ausgerechnet bei mir??"  Das allermeiste ist doch das volle James Bond Getränk - fix gerührt und nix geschüttelt. Also mit Sicherheit keine Kernkompetenz von mir.

Aber jetzt hab' ich es kapiert: ihr seid genau die gleichen faulen Socken wie ich, die schnell im Handumdrehen was Süßes auf dem Tisch stehen haben wollen. Tja, hätte ich auch direkt drauf kommen können  ;)!

Nun, dann habe ich jetzt mal wieder etwas richtig unaufwendiges: eine leichte Erdbeer-Joghurt-Mousse mit Erdbeer-Ragout, das in Holunderblüten-Sirup mariniert ist, zusammengehalten von einem Brandteig. Mein erster Brandteig überhaupt. Denn prinzipiell stehe ich jetzt nicht so auf Éclairs, Profiterole, Windbeutel und Konsorten. Wenn ich für Süßbäckerei so Dinge wie Spritzbeutel benötige, dann bin ich sowieso schon raus. 

Aber hierfür macht man sich das Leben deutlich einfacher (der Brandteig wird lediglich auf das Backblech gestrichen), daher ließ ich mich überreden. Der weltgrößte Brandteig-Fan werde ich in dem Leben vermutlich nicht, aber die frühlingshafte Leichtigkeit wußte dennoch zu überzeugen. Die aufgeknusperten Reste aus der Tiefkühltruhe fand ich sogar fast noch besser, weil der Brandteig - wenn er eine Weile steht - schnell etwas lätschiges bekommt.

Ein Rezept zum Holunderblüten-Sirup schenke ich mir - das stelle ich wie alle anderen her. Und das ist dann stets soviel, dass es für zwei, drei Jahr ausreicht...
Zutaten -  6 Törtchen:

Brandteig:
45 g Butter, in Stücke
Salz 
1 Tl Zucker 
120 g Mehl 
120ml Wasser
3 Bio-Eier (Kl. M)  

Creme:
4 Blätter weiße Gelatine
250 g Erdbeeren
150 g Sahnejoghurt  (m: normaler, abgetropft)
70 g Puderzucker (m: 90g Erdbeer-Marmelade)
1 Tl fein abgeriebene Bio-Limettenschale
2 El Limettensaft 
250 ml Schlagsahne (m: 220ml)

Marinierte Erdbeeren: 
400 g Erdbeeren
3 EL Holunderblütensirup

Außerdem Fett und Mehl für das Blech 
runder Ausstecher, (9 cm Ø)

Zubereitung:

Ein Backblech fetten und mehlen. Backofen auf 220° (O/U-Hitze) vorheizen.

Für den Brandteig Wasser mit Butter samt Prise Salz zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, das gesamte Mehl auf einmal zugeben und gleichmäßig so lange kräftig rühren, bis der Brandteig am Topfboden einen Film hinterlässt ("abbrennen").

Brandteig in eine Schüssel geben. Nach und nach ein Ei nach dem anderen zugeben (Jedes Ei muss vollständig untergeknetet sein vor der nächsten Zugabe) und rühren, bis der Teig eine zähe Konsistenz hat und sich "mit dem Löffel langziehen lässt".


Mit Hilfe einer Teigkarte, die man immer wieder befeuchtet, den Teig dünn auf das Backblech streichen (Teig füllt dabei das Blech nicht komplett aus - Ränder ringsherum lassen). Auf der mittleren Schiene 15–17 Minuten backen - der Teig dehnt sich dabei blechausfüllend aus und verwirft sich kraterartig. Auf dem Blech auf einem Gitter abkühlen lassen.

Für die Creme die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Erdbeeren waschen, vom Grün befreien und pürieren. Erdbeeren mit Joghurt, Erdbeermarmelade und Zesten vermengen. Den Limettensaft erwärmen, darin die Gelatine lösen. 2 EL vom Joghurt zur Gelatine geben, dann alles miteinander vermengen. Die Creme 45min anziehen lassen. Die Sahne schlagen und unterheben. Alles 1 1/2 Stunden kalt stellen. Die Erdbeeren in Scheiben schneiden und vorsichtig mit dem Holundblütensirup vermengen - marinieren lassen für ca. 10min.

Mit dem Ausstecher dicht an dicht Kreise ausstechen - die Reste grob zerrupfen. Auf 6 Kreise jeweils die Hälfte der Crème verteilen (kann man mit dem Spritzbeutel machen/ m: mit dem Eßlöffel), ebenso die Hälfte der Erdbeerscheiben. Die restlichen Teigkreise daraufschichten, restliche Crème und Erdbeeren genauso. Mit den Teig-Flocken toppen und mit ordentlich Puderzucker bestäuben.

Dienstag, 19. Mai 2015

Abendbrot: Fränzchen nach Ketex

*Abendbrot* mag ich als Wort sehr gerne. In ihm schwingt so etwas traditionelles, bürgerliches mit. Früher fand ich *bürgerlich* und alles was damit verbunden war fürchterlich abschreckend. Aber ich glaube, wenn man angekommen ist in seinem Leben, dann gehören dazu auch eingeschliffene Rituale, unspektakuläre Gewohnheiten, gemütliche Abläufe. Deshalb grenzt man noch lange nicht ans Reich der Gartenzwerge, Herrenhandtaschen, eingehäkelten Klorollen, kiesverzierten Vorgärten oder Nippes-Setzkästen.

Zumal wir unser Frühstück unlängst geändert haben. Schon seit über einem halben Jahr gibt es morgens kein Brot mehr sondern Müsli (dazu komme bestimmt noch). Und wenn einen von uns abends überraschend der Hunger plagt, dann essen wir einfach ein Stück Brot. Weshalb eben Brötchen sehr praktisch sind. Die kann man je nach Bedarf einfach auf den Toast legen und hin und her wendend aufknuspern.

Diese Dreieck-Brötchen von Gerd aka Ketex aus seinem ersten Brotback-Buch sind dank Sauerteig, Vorteig und Quellstück grundsolide, mit toller Frischhalte-Qualität und obendrein absolut köstlich .
Zutaten - 14 Stück:

Sauerteig  - ca. 16 Stunden Reifezeit:
120 g Wasser
12 Roggenanstellgut (siehe unten)
120 Roggenvollkornmehl 

Zutaten Vorteig - ca. 12-16 Stunden Reifezeit bei Raumtemperatur:
100 g Wasser
1 g Frischhefe
100 g Weizenmehl 1050

Zutaten Quellstück - ca. 4-16 Stunden bei Raumtemperatur:
150 g 5-Korn-Schrot (m: Kamut-Schrot)
40 g Sonnenblumenkerne, geröstet und grob zerkleinert
40 g Kürbiskerne, geröstet und grob zerkleinert
220 g kochendes Wasser

Zutaten Hauptteig:
Sauerteig
Vorteig
Quellstück
220 g Weizenmehl 1050
120 g Roggenmehl 1150
140 g Wasser
5 g Frischhefe
18 g Salz
5 g Roggenmalz (Internethandel)

Zubereitung:

Für das Quellstück die Kornmischung mit dem kochenden Wasser übergießen und ebenfalls abgedeckt 16 Stunden quellen lassen.

Für den Hauptteig Sauer- und Vorteig, das Quellstück und alle anderen Zutaten 7 Minuten in der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt 30 Minuten ruhen lassen.

Jetzt wird der Teig rund geformt und anschließend auf der bemehlten Arbeitsfläche gleichmäßig ca. 1 cm dick ausgerollt (Durchmesser ca. 30cm). Nun gleich große Quadrate mit ca. 10 cm Seitenlänge ausstechen und diese diagonal in 2 Dreiecke schneiden (m: Kreis durch 2 Linien horizontal und vertikal geteilt - dann nur das mittlere Kreuz nochmals diagonal zu Dreiecken geschnitten). Die Dreiecke mit Wasser bepinseln, im 5-Korn-Schrot wälzen und auf das Backblech legen (leider haben nicht alle auf einen Schlag auf das Blech gepaßt - für ein einziges reichte der Platz nicht). Abgedeckt 75–90 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Das Backblech in den Ofen schieben und mit einer Blumenspritze heißes Wasser an die Ofenwände spritzen. Nach etwa 10 Minuten die Ofentür kurz öffnen und den restlichen Dampf abziehen lassen. Die Brötchen 10 Minuten anbacken, dann die Temperatur auf 230°C reduzieren und die Fränzchen in weiteren 10 Minuten fertig backen. Sie sind gar, wenn man auf die Unterseite klopft und es schön hohl klingt. Die Brötchen auf einem Rost abkühlen lassen.

Sonntag, 17. Mai 2015

Gartenphilosophie: Mangold-Wickel mit Möhrensauce

Was gibt es alles an Sinnsprüche über den Garten und das Gärtnern?! Und sie stimmen alle. Überhaupt kann - wer will - viel vom Großmeister Garten lernen. Nirgendwo sonst kann man die Schule des *Sich-vertraut-machens* hautnaher erleben als dort. Man zähmt sich à la Saint Exupérys Geschichte ein Stück Land. Und verwächst damit.

Ich weiß genau, an welcher Stelle des Gartens die Maiglöckchen aus der Erde hervorkommen werden. Wo die Pfingstrosen sich über den Winter unsichtbar machen, wird ihr Platz bis zum nächsten Auftreten frei gehalten. Und ich kann punktgenau sagen, wo der Anis oder der Liebstöckel wieder zum Vorschein treten... uswusf ...

Jahr für Jahr überschaue ich die Entwicklungskreise meiner Zöglinge. Stecke Samen in den Boden und kenne ihr Erscheinungsbild von den ersten zarten Blättern, bis zur Blüten, den Früchten und den Samenständen. *Pffff* schnaubt es in mir öfters, *Erziehung*. Aus einer Tomate wird niemals nie ein Apfelbaum und aus einer Akelei kein Radieschen. Ein bißchen in Form stutzen, regelmäß besuchen mit der Gießkanne, eine Schippe Mist an die Füße zur Unterstützung, klar, und das Unkraut ihnen etwas vom Leib halten, das vermag man wohl alles zu tun. Am Samen, am Wesen wird sich grundlegend niemals nix ändern (zum Thema *propfen* und *veredeln* komme ich dann in Gartenphilosophie II ;)

Kann man sich einen Menschen je so vertraut machen wie eine Pflanze aus dem eigenen Garten? Der einzige menschliche Entwicklungszyklus, den man von Anfang bis Ende miterlebt, ist der eigene. Und von der Kindheit bleiben oft nur schemenhafte Stimmungsbilder. Daher brenne ich für die für mich bewegenste aller Phänomenologien: die Homöopathie. Was habe ich mich in der Bildhauerei an Köpfen und Gesichtern abgemüht, um etwas Inneres nach Außen zu transportieren. Und wie schnell kann man dann auf die Abwege der Details, auf Schleichwege geraten wie etwa Lavater mit seiner Physiognomik (die so wahrscheinlich sind wie Wettervorhersagen). Dass man anhand von Menschenbildern, den Konstitutionsmitteln, zu menschlichen Samen vordringen kann, dass es erkennbare, wesentliche Unterschiede gibt, finde ich zutiefst faszinierend. Es setzt eine bestimmte Art des (Ein)denkens voraus - was nicht jedermanns Sache ist. So, wie vielleicht halt auch nicht jeder eine Fuchsie von einer Freesie unterscheiden können will...

Zurück zu meiner Blume unter meinem Gartengemüse, dem Mangold. Die Päckchen geben nicht nur ein hervorragendes Mittagessen, sondern eignen sich ebenso für jedes Buffet, da sie sich - formstabil wie sie sind - super mit den Fingern essen lassen und auch kalt noch schmecken.
Zutaten 2P:

Füllung
100g Bulgur, grob (m: Einkorn-Bulgur)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Ei
50g geriebener Comté
(25g, getrocknete Tomate, nicht in Öl/ optional
1/4 TL Fenchel, gemahlen
1/2 TL Koriander, gemahlen
1 EL Minze, frisch
25g Pinienkerne, gehackt
Harissa
Salz, Pfeffer

10 Mangoldblätter
(oder mehr - je nach Größe)
80ml Gemüsebrühe

Sauce:
1 Schalotte
3 Möhren
50ml Gemüsebrühe
70ml  Kokosmilch
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1/2 TL Ras el Hanout

Zubereitung:

Den Bulgur mit kochendem Wasser übergießen und 15min zugedeckt ziehen lassen - dann abtropfen lassen. Die getrockneten Tomaten übergießen und 5min ziehen lassen. Dann abschütten und klein schneiden. Die Pinienkerne rösten und fein hacken.

Die Mangoldblätter waschen, den Stiel abschneiden und die Blätter in reichlich siedendes (nicht kochendes) Wasser geben - vom Herd ziehen und 3min ziehen lassen. Dann abschütten und mit kaltem Wasser abschrecken. Die Blätter vorsichtig auf einem sauberen Küchentuch ausbreiten und etwas abtrocknen. Die dicke Rippe entfernen, wie es Robert zeigt.

Die Zwiebeln und den Knoblauch fein würfeln. Die Mangoldstiele ebenfalls in kleine Würfel schneiden. In etwas Olivenöl in einer Pfanne zusammen andünsten. Die Zutaten für die Füllung miteinander vermischen und mit einem Eßlöffel portionsweise auf die Mangoldblätter verteilen und einwickeln. In eine Gratinform setzen, mit Gemüsebrühe übergießen

Den Ofen auf 180 (O/U-Hitze) vorheizen und für 15min  in den Ofen schieben.

Währenddessen die Möhrensauce zubereiten. Die Schalotte fein würfeln, die Karotten schälen, halbieren und in kleine Stücke schneiden. Die Schalotte in Olivenöl anschwitzen, die Karottenwürfel dazugeben, ebenso die Prise Zucker und nochmals 3min braten. Die Gemüsebrühe samt Kokosmilch anschütten, den Deckel auflegen und gut weich garen. Mit einem Zauberstab pürieren und mit Salz, Pfeffer und Ras el Hanout abschmecken (sollte die Konsistenz nicht stimmen, entweder noch etwas einköcheln lassen oder etwas Kokosmilch anschütten).

*Anmerkung m: Bereits zum zweiten Mal zubereitet - ein Mal mit, ein Mal ohne getrocknete Tomaten

Freitag, 15. Mai 2015

Veronika-Pasta: Bärlauch-Bandnudeln mit grünem Spargel, Fêves und Parmesancrème

Veronika, der Lenz ist da.... Wußtet ihr, dass Veronika *die Siegbringende* heißt? Vermutlich *siegbringend* im Sinne von *neuem Grün* - schwadroniere ich jetzt einfach frisch heraus... 

Tja, und was den Bärlauch angeht, da müßt ihr mit durch. Meist schafft er es ja, mir nach zwei Essen bereits gegen den Strich zu gehen, der vorlaute Kerl, aber dieses Mal bekam ich ihn gut gebändigt, so dass er nie richtig Oberwasser gewinnen konnte. Ja, daran wirds wohl liegen. Ich schließe ein weiteres Rezept daher nicht aus - mein Glas ist noch nicht ganz leer...

Die Idee, etwas Bärlauch im Pastateig verschwinden zu lassen, hatte ich schon. Und es hat von Anfang an nichts dagegen gesprochen, das ein zweites Mal zu tun. Außerdem ist der Mai einfach der grünste aller Monate - die Umgebung färbt ab. Aber warum sich imprägnieren wollen gegen einer meiner liebsten Monate?
Zutaten:

Pastateig:
110g Mehl
80g Hartweizenmehl
2 Eier (Gr.M)
1 EL Bärlauchöl

300g grüner Spargel
500g Saubohnen in der Schote
100g Zuckererbsen
2 Stangen junger Knoblauch, in Ringe geschnitten
etwas Butter

Sauce:
15g Mehl
15g Butter
70g Parmesan, gerieben
200ml Milch
50ml Sahne
ein Schuß Weißwein
Salz, Pfeffer
1 TL Zitronenabrieb
Muskatnussabrieb

Zubereitung:

Aus den Zutaten wie gewohnt einen homogenen Pastateig - nicht zu fest, nicht zu weich - kneten und mindestens 1 Stunde eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen.

Dann den Pastateig dünn auswellen und in Bandnudeln schneiden. Auf einem leicht bemehlten Küchentuch zwischenlagern, ohne dass sie aneinander kleben.

Die Saubohnen aus der Schote lösen. Die Saubohnen kurz in kochendes Wasser geben, abschrecken und von der Schale befreien. In einer Schüssel zur Seite stellen. Das untere Drittel des Spargels schälen und die holzigen Enden abschneiden. In mundgerichte Stücke schneiden. Die Zuckerschoten gipfeln und wenn notig vom Faden befreien - in Streifen schneiden.

Salzwasser mit einer Prise Zucker zum Kochen bringen. Darin die Spargelstücke al dente garen - kurz vor Ende die Zuckerschotenstreifen dazugeben. Abschütten und unter kaltem Wasser abschrecken.

Die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl unterrühren und etwas anbraten ohne Farbe annehmen zu lassen. Salzwasser zum Kochen bringen. Auf kleiner Flamme die Milch dazugeben und mit dem Schneebesen klümpchenfrei verrühren. Den Schuß Milch, sowie die Sahne dazugeben und weiter rühren. Am Schluß den Käse darin schmelzen. Sollte die Sauce zu dickflüssig sein, noch etwas Milch zufügen. Würzen mit Zitronenschalen- und Muskatnuss-Abrieb. Salzen und pfeffern.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen, die Nudeln ins Wasser gleiten lassen und al dente garen.

Währenddessen die Knoblauchringe in etwas Butter in einer Pfanne anschwitzen, das Gemüse dazugeben, salzen und pfeffern und ebenfalls kurz mitbraten. Die Nudeln abschütten und mit dem Gemüse vermengen. Auf zwei Teller verteilen und mit der Sauce anrichten.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Grüner Spargel mit Bärlauch-Schmarren und Sauce Béarnaise

Wir gehören zu der Sorte Deutscher, die gerne alles unanständig in Sauce ertränken. Das gilt vorallem zu Fleisch, zu weißem Spargel ebenso. Weshalb ich ja die Béchamel der Hollandaise vorziehe. Damit die Sauce für uns beide reicht, müßte ich mindestens eine Portion für vier Personen zubereiten. So wäre die Hollandaise dem Spargel vorallem eines:ein übermächtiger Begleiter.

Bei grünem Spargel sieht die Welt schon wieder anders aus. Da sind wir deutlich leichtfüßiger und experimentierfreudiger. Ja, so eine Béarnaise kann durchaus was Feines sein mit ihrer schönen Konsistenz. Die Kräuter kürzte ich dort etwas raus, weil ich die in den salzigen fastkaiserlichen Schmarren verschwinden ließ. Natürlich könnt ihr an Stelle des Bärlauches euch auch für ein anderes Grün entscheiden. Ich habe allerdings noch von meinem Bärlauchöl, das tatsächlich für noch ein weiteres Rezept Verwendung finden wird. Vergleiche ich den Bärlauch-Schmarren mit den Plinsen, dann haben letztere klar die Nase vorn dank ihrer Saftigkeit.
Zutaten 2P:

500g grüner Spargel

1 Schalotte, fein gewürfelt
Öl
50ml Weißwein
50ml Spargelwasser
1 Lorbeerblatt
1 Zweig Estragon
1/2 TL weißer Pfeffer
2 Eigelb
75g Butter
Chili
Zitronensaft

80g Mehl
150ml Milch
2 Eier (Gr.S)
1 EL Bärlauchöl*
Salz, Pfeffer
Chili
1 EL Butterschmalz

Zubereitung:

Für den Schmarren die Eier trennen. Die Eigelbe mit dem Mehl und der Milch mischen und mit Hilfe eines Schneebesens zu einem homogenen Teig rühren. Das Bärlauchöl dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Chili würzen - nun 15min quellen lassen. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.Den Eischnee locker unter den Teig heben.
Den Backofen auf 180° (O/U-Hitze) vorheizen.

Die Hälfte des Butterschmalzes in einer Pfanne ( Durchmesser) erhitzen und den Teig ca. 1cm hoch einfüllen. Bei mittlerer Hitze 1-2min stocken lassen. Dann die Pfanne in den Ofen stellen (2.Schiene von unten) und etwa 12min weitergaren lassen.

Den Schmarren auf die Arbeitsfläche rutschen lassen und mit 2 Gabeln in mundgröße Stücke rupfen. Den Rest Butterschmalz in die Pfanne geben und darin die Schmarren-Stücke ringsherum knusprig braten.

Paralell den grünen Spargel richten: die holzigen Enden abschneiden, das untere Drittel schälen und am besten in aufgehobenem, kochendem Spargelwasser (s. hier) in etwa 8-10min garen.


Die Schalotte in wenig Öl glasig dünsten, Wein und Spargelwasser anschütten, Estragon und Lorbeer sowie den Pfeffer zufügen  und aufkochen lassen. Dann den Fond langsam auf ca. 60ml reduzieren lassen. Zugedeckt noch etwas ziehen lassen, dann abseien.

In einem weiteren Topf die Butter schmelzen, aufkochen und etwas abkühlen lassen.

Über dem Wasserbad die Eigelb aufschlagen, den Fond dazugeben und weiter mit dem Schneebesen verqurilen. Die Flüssigkeit so lange über dem Wasserbad rühren, bis sie cremig eindickt. Nun die Butter langsam in feinem Strahl dazugeben und weiterschlagen. Salzen, pfeffern und mit Chili und Zitronensaft würzen.
Inspiration: Essen und Trinken

Montag, 11. Mai 2015

Zu Tisch mit ...GMK - Möhren-Kartoffel-Curry

Klar, sagen wir wies ist. Die Sendung *Shopping Queen* richtet sich vorallem an Städter-Mädels, deren liebstes Hobby *Klamotte-Einkaufen* ist. Aber welche Frau hat keine Freude an Mode? Garten und Laufsteg-Ambitionen greifen nicht wirklich ineinander, aber selbst als Landmädchen blühe ich auf, wenn ich mich besonders hübsch gekleidet fühle. Wobei ich an *Shopping-Queen* zusätzlich spannend finde, dass das *größere Kleid*, die nächst größere Hülle, ebenfalls gezeigt wird: nämlich wie die Teilnehmerinnen wohnen. Was sind die Menschen vielfältig! Ganz klar bleibt aber alles zusammenhaltender Schlußstein: Guido Maria Kretschmer! Allein wegen ihm kann man sich das wöchentlich ansehen. Modefimmel unabhängig (Beweis: bitte hier entlang)

Ach, denke ich mir öfters: SO geht man also ins Leben, wenn man sich geliebt, geborgen und unterstützt fühlte... von Kindheit an. Es bräuchte mehr solcher Elternhäuser.  Schon als Kind saß er an der Nähmaschine oder in Kaufhäusern und beobachtete welchen Frauen welche Schnitte stehen und wie sie sich gegenseitig beraten. Sonntags aber ließ er sich von seinen Eltern ins Krankenhaus fahren, um dort ehrenamtlich zu arbeiten. Ein Menschenfreund eben.

Ich mag seine wache Beobachtungsgabe, seinen Witz (es gibt eindeutig zu wenig Menschen, die gutartige Fröhlichkeit verbreiten, VIEL zu wenig), seine Leidenschaft für seine Tätigkeit, seine Kreativität gepart mit Bodenständigkeit, seinen verschmitzten Lausbubencharme, ja seine Sprüche, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen und dennoch zeitlos sind, seine Ehrlichkeit, die den Boden der Anständigkeit nicht verlassen und sein Iiiihhh-Kichern, wenn ihm etwas überhaupt nicht gefällt. Ich mag treue Menschen, sehr (30 Jahre verbinden ihn und seinen Mann - ach, und die Kennnenlern-Geschichte dazu!!), dass er meine geschätzte *Selbstgenügsamkeit* ausstrahlt und einen Faible für schöne Gärten hat. Obendrein hat er als Kosmopolit, als jemand der im Ausland lebte und als sehr fleißiger Arbeitsmensch sehr viel zu erzählen - was er gerne tut. Kurz: der IDEALE Gast also!

Womit ich eine weitere neue Rubrik auf meinem Blog einführe: zu Tisch mit.... (neben meinem DUBB). Dafür werde ich mir immer wieder eine bekannte und von mir geschätzte Person aussuchen, die ich virtuell bekoche. Heute lade ich also - zur Premiere dieser Rubrik - den Guido Maria zu uns ein, passend zu seinem heutigen 50 Geburtstag (... ich mausere mich wohl zu einem ernst zunehmenden Groupie  ;): Bonne Anniversaire, lieber Guido Maria!

Natürlich las ich auch schon das ein oder andere Interviews mit ihm. Er ist Vegetarier (wie angenehm), er trinkt keinen Alkohol (wat herrlich, endlich mal ohne die leidige Einstandsdebatte *Nee, noch nicht mal wenigstens manchmal ein Gläschen Wein*), findet Lakritze doof (eben) und schätzt Hausmannkost (Herzlich Willkommen). Nun kommt überhaupt die Krönung: vorzugsweise schätzt er Kartoffeln und Karotten. Also wenn der Guido Maria damit nicht in das kulinarische Gräbelchen zwischen den Habib und mir paßt, dann weiß ich auch nicht. Auf Grund dieses Interviews entschied ich mich zu dem heutigen Gericht für Guidos hypothetischen Geburtstagsbesuchs. Die Rosinen wären ein gastliches Entgegenkommen...

Zutaten: 4P:

1 kleiner Blumenkohl
250 g Möhren
400 g Kartoffeln
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer 
4 EL Öl
2 EL Tomatenmark
je 2 TL Kurkuma- und Currypulver
je 1 TL Koriander- und Chilipulver
2 Dosen Kokosmilch (á 400 g) 
(m: zur Hälfte mit Gemüsebrühe ersetzt)
ca. 1 TL Salz
30 g Rosinen
1-2 EL Mandelstifte (geröstet)

Zubereitung:

Gemüse und Kartoffeln putzen und waschen. Möhren in Scheiben schneiden, Blumenkohl in Röschen teilen, Kartoffeln in Stücke schneiden.

Zwiebeln und Knoblauch abziehen. Ingwer schälen. Alles würfeln und im heißen Öl in einem Topf unter Rühren andünsten. Tomatenmark und Gewürze zufügen, kurz mit anbraten. Kokosmilch (und Gemüsebrühe) und Salz zugeben, aufkochen lassen.

Gemüse und Kartoffeln zugeben. Bei schwacher Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen. Rosinen zugeben und ca. 5 Minuten mitgaren. Kräftig abschmecken. Mit Mandelstiften bestreuen. Dazu: Basmatireis.
Inspiration: Küchengötter

Sonntag, 10. Mai 2015

Versüßter Sonntag: Rhabarber-Johannisbeer-Tarte mit Haselnuss-Baiserhaube

Weiter geht es mit dem Leeren der Tiefkühltruhe. Gemischt wurde für den Belag der Tarte die ersten Rhabarber-Stangen und gefrorene Johannisbeeren. Das könnt ihr nachmachen oder euch für das ein oder andere Obst entscheiden. Eva, von der ich sie mitgenommen habe, verwendet nur Rhabarber.

Mit den Zeiten bin ich nicht ganz hingekommen, sondern meine Tarte brauchte immer etwas länger im Ofen Aber mehr Kritik läßt sich wirklich nicht finden. Die Tarte wird wunderbar saftig, süß-säuerlich mit knackigem Nuss-Merinque, schmeckt auch am dritten Tag noch toll, bref, eine flache Tarte wie wir sie lieben - die kommt ins Dauer-Repertoire.

Und aus den Eigelb, die sich als Rest vom Baiser ergeben, knetete ich den Nudelteig für diesen Teller (erst war ich etwas skeptisch ob der Konsistenz, nach einer Nacht der Ruhe im Kühlschrank ließ er sich tadellos verarbeiten).
Zutaten - Form 26cm 

Tarteboden:
40 g Zucker
1Pr Salz
100 g Butter
200 g Weizenmehl
etwas kaltes Wasser

Für den Belag :
300 g Rhabarber (schon geputzt/geschält und in Stücke von ca. 3 cm Länge geschnitten)
(m: davon 200g Johannisbeeren, tiefgetroren).
3 EL Konfitüre nach Geschmack (m: Jostabeeren)
160 g Zucker (m: Rohrzucker, fein gemahlen)
1 EL Maisstärke (m: 2EL)
1 EL Cassis
3 Eiweiß
1 Prise Salz
200 g gemahlene Haselnüsse

Zubereitung:

Backofen auf 180°C (Umluft) vorheizen.

Alle Zutaten für den Tarteboden zu gewohnt einem glatten Teig verkneten und mindestens 1/2 Stunde im Kühlschrank  ruhen lassen.

Die Form buttern. Den Teig etwa 5 Millimeter dick ausrollen und die vorbereiteteTarteform (26 cm Durchmesser - möglichst mit Hebeboden) damit auskleiden. Mit einer Gabel mehrfach einstechen. Für 30 Minuten in die Tiefkühltruhe stellen.

Backpapier auf die Größe der Form schneiden und auf den Teig legen. Mit Hülsenfrüchten beschweren und etwa 15 Minuten blindbacken. Weitere 5min ohne Backpapier und Hülsenfrüchte.

Dann den Boden abkühlen lassen.

Den Backofen auf 180° (O/U-Hitze) umstellen.

Konfitüre auf dem Teigboden verteilen. (Eva: einen kleinen Teil der Haselnüsse auf der Marmelade verteilt!!) Rhabarber waschen, schälen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Mit den Johannisbeeren, 1 EL Zucker, dem Cassis und der Stärke vermengen und auf dem Tarteboden verteilen.

Eiweiß mit Salz steif schlagen, restlichen Zucker dazugeben und eine Minute weiterrühren. Haselnüsse darunterheben und auf dem Rhabarber verteilen. Etwa 30 Minuten goldbraun backen.
Quelle: Eva von Deichrunners Küche, bzw. "Bernadette Wörndl: Jetzt können die Gäste kommen"
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