Donnerstag, 27. Juli 2017

Biographien - Douce Steiners Couscous mit Auberginenröllchen


Neben meinem Steckenpferd-Thema liebe ich Biographien allgemein sehr. Ganz innig wieder mit meinem Goethe (aus Wahlverwandtschaften): * Dem einzelnen bleibe die Freiheit, sich mit dem zu beschäftigen, was ihn anzieht, was ihm Freude macht, was ihm nützlich deucht; aber das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch.*

Und in jeder Biographie finden sich Details, zu denen ich lächelnd nicke oder kräftig den Kopf schüttle - da geht es mir wie wohl allen: Ich bin ein Mensch. Nichts Menschliches ist mir fremd (Terenz). Für mich sind Lebensgeschichten spannender wie jeder Krimi und der Inbegriff dafür, wie vielfältig, wie individuell, wie unbegreiflich unterschiedlich die menschlichen Wege sind: ein endloses Kaleidoskop von menschlichen Möglichkeiten in alle Richtungen...

Biographien sind naturgemäß am spannendsten, wenn man sie rückwärts betrachtet. Erst so schleicht sich manchmal - bewußt oder unbewußt - ein Sinn in eine Lebensgeschichte, werden Wegkreuzungen sichtbar, Begegnungen zu tiefen oder flüchtigen, Begebenheiten unausweichlich und folgerichtig, lassen sich Konsequenzen, ja, Zusammenhänge erkennen, wird mit Abstand und Erfahrung bewertet, gewogen und eingeschätzt.

Für all diejenigen, die einen ähnlichen Faible haben, empfehle ich dieses Interview mit Elke Heidenreich. Regelrecht klebrig lausche ich Elke, wie sich versucht, aus einzelnen Maschen, aus einzelnen Geschichten, einen Pullover, ein Leben zu stricken - ihr eigenes. Das ist aus vielerlei Gründen kurzweilig. Zum einen, weil ich an Elke schon immer diese Ungezwungenheit mochte. Sie hat erkennbar keinerlei Interesse an Fassade. Ihr ganzes Wesen strömt einen störrischen Freigeist aus, der nicht bereit ist, sich hinter Schminke zu verstecken. Rau auch ihre vom Krieg (da ist er wieder) noch geprägte Kindheit mit seinen Nachwehen.

Wie gut gefällt mir ihre Beobachtung, dass manches im Leben *traumtänzerisch* passiert. Über ihren literarischen Erfolg sagt sie: *Ich schaffe alles schlafwandlerisch. Ich weiß nie warum. Man darf mich nicht wecken und sagen, wie hast du's gemacht. Ich habe keine Ahnung.* Und das kennt bestimmt nicht nur Elke, dass etwa in schöpferischen Prozessen oder Momenten großer Gefühlstiefe das Bewußtsein nicht mitkommt.  Elke zweifelt nicht, dass ihre Geschichten auch etwas mit ihr zu tun haben - sie konnten nur mir so passieren, meint sie. Und so nennt sie ihr neues Buch *Alles kein Zufall*. Aber so richtig an ein Drüben, an geistige Zusammenhänge will sie inkonsequenterweise dennoch nicht glauben...

Natürlich merkt man ihr auch an, dass sie sich Zeit ihres Lebens übte, mit Worten zu spielen. Sie ist eine gute Erzählerin und damit gleichzeitig eine gute Selbstdarstellerin. Ich erinnere mich dabei an diese Beobachtung: für Offenheit und Ehrlichkeit sieht man im Gegenzug vieles nach. Sie übt oft sehr unbeschönigt eigene Manöverkritik - das nimmt mich für sie ein.

Erstaunlich für mich selbst - als Rückkopplung - finde ich, dass man bei anderen Menschen so viel leichter erkennt, wenn sie sich selbst in die Tasche lügen, die Dinge so drehen und wenden, dass sie milde-freundlicher klingen. Das machen wir alle - nur sind wir dabei betriebsblind und es fällt uns in aller Regel noch nicht einmal auf.

Zurück zum Essen! Der Hochsommer ist da und mit ihm sein kulinarisches Dreigestirn: Zucchini, Aubergine, Tomate! Die fantastischen Drei werden uns hier nun öfters begegnen. Beginn macht ein köstliches Rezept, das von Douce Steiner inspiriert ist. Besonders gut gefällt mir die Schlichtheit der Zutaten und wie gefällig sie dieses Essen anrichtet und präsentiert.

Zubereitung 2P*:

2 Auberginen
3 Zweige Thymian
1 Schalotte
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
ca. 5 EL Gemüsebrühe
ca. 1 Zitrone, Saft davon 
Salz, Pfeffer
Olivenöl

90g Couscous
200ml Gemüsebrühe
1 Bund Basilikum
1 Limone, Zesten, etwas Saft
Basilikum-Öl
Harissa
(optional: 1 TL délice de tomate**)

zum Anrichten: diese Paprika-Sauce

Zubereitung:

Die Auberginen der Länge nach und in der Mitte in 12 dünne Scheiben schneiden (m: Börner-Hobel). In wenig Öl in einer Pfanne von beiden Seiten leicht Farbe annehmen lassen - auf einem Küchentuch etwas entfetten.

Die übrige Aubergine in Würfel schneiden, die Zwiebel fein schneiden. In etwa 4 EL Öl zuerst die Zwiebel zusammen mit den Thymianblättchen glasig dünsten, Auberginenwürfel zufügen, ebenfalls kurz mitrösten. Und bei kleiner Flamme und aufgelegtem Deckel samt Zitronensaft und Brühe die Auberginen zu einem Mus verkochen. Salzen, pfeffern und mit Piment würzen.

Das Püree portionsweise auf die Auberginenscheiben setzen und aufrollen. Vor dem Servieren - falls man sie nicht kalt genießen mag - nochmals in einer Pfanne erwärmen.

Parallel das Couscous in die kochende Gemüsebrühe schütten und ca. 15min bei aufgelegtem Deckel quellen lassen. Den Basilikum sehr fein hacken. Die Gewürze, das Öl untermischen, abschmecken und mit zwei Löffeln Nocken abstechen (sollte das nicht möglich sein, fehlt Flüssigkeit - etwa Brühe).

*Anmerkung m: dieses Gericht eignet sich auch wunderbar als Vorspeise - dann für 4 Personen. Es läßt sich prima vorbereiten und damit ideal für eine Gäste-Einladung! 

**délice de tomate ist ein Püree aus in Öl eingelegten Tomaten, Knoblauch und Gewürzen
 Inspiration: Douce Steiner

Dienstag, 25. Juli 2017

Fundusfund: Kerniges Roggen mit Saaten und Einkorn


So viele Ideen rund ums Brotbacken will ich noch ausprobieren. Wildhefe finde ich ebenso spannend wie mit Lievto madre oder mit Ferment zu spielen. Was begegnen mir dazu tolle Brotbilder im Orbit - mit hauchigen Krumen. Alleine: irgendwie scheint mir der Ehrgeiz abhanden gekommen zu sein, in neue Gefilde aufzubrechen. Und dann blicke ich in meinen gut gefüllten Fundus und backe sogar am liebsten gerade daraus ein Brot. Wie dieses. Eine kleine Abwandlung und schon ist es wie noch nie so auf dem Tisch gestanden. Wobei es obendrein bereits 4 Jahre her ist, dass ich dieses Brot original so wieder gebacken habe. 

Was zu schade ist. Denn das ist genau die Art von Brot, bei der ich so gar nicht an mich halten kann und am liebsten eine Butter-Stulle nach der anderen schmiere! Eines dieser Brot wie ich  sie damals in Deutschland beim Bäcker kaufte, als ich noch nicht kochen konnte und mich fast ausschließlich von Brot ernährt habe. Ein kerniges, kräftiges, roggenlastiges Vollkornbrot, wie ich es liebe und wie ich es bis heute, hier in F nicht auftreiben kann.


Zutaten - 2 Kasten 750g:

Sauerteig: Stehzeit ca. 16 - 18 Std. – ca. 28° fallend auf 26°

360g Roggenschrot sehr grob
400ml Wasser
ca. 40-50 g Anstellgut (aufgefrischt)

Quellstück: Stehzeit 3 -5 Std. 
300g Sonnenblumenkerne, geröstet
100g Kürbiskerne, geröstet
200g Wasser ca. 20°

Brühstück: Stehzeit ca. 4 - 5 Std.
260g Roggenschrot sehr grob 
(m: hintere rechte Ecke der Getreidemühle, also nur angeschlagen)
20g Salz
280 g Wasser heiß ca. 90°

Brotteig: 

Sauerteig
Quellstück
Brühstück
280g Roggenmehl 1150
20g Rübensirup od. Honig 
10g Hefe (m: weggelassen)
evtl. noch etwas (wenig) Wasser falls der Teig zu fest sein sollte 


Zubereitung:
 

Alle Zutaten incl. ST, Quellstück und Brühstück zur einem Teig verkneten 15 Min. langsam kneten/vermischen – 10 Min. Teigruhe – 5 Min. langsam kneten - ca. 40 Min Teigruhe - Teigtemperatur von 30° wäre ideal.
Teig halbieren, grob zusammenschlagen. in Roggenschrot wälzen und mit dem Schluss nach unten in zwei gefettete Kastenformen (750g) legen - Teigoberfläche befeuchten.

Gehzeit: ca. 60 Min. abgedeckt (ohne Hefe etwa 2 1/2 Stunden). Der grobe Schrotteig geht nicht so sehr auf wie ein Teig mit Typenmehl, wenn die Form knapp voll ist, sollte die volle Gare erreicht sein.

Backen: Teigoberfläche vor dem Backen mit Wasser befeuchten, evtl. einschneiden oder stippen bei voller Gare im vorgeheizten Ofen bei 240° auf ca. 190° fallend backen.

Etwa 10 Min. vor Backende kann man das Brot aus der Form nehmen und ohne Form fertig backen. 


Backzeit gesamt: ca. 60 Min. - nach Backende noch ca. 5 Min. im ausgeschalteten Ofen belassen.

 Inspiration: saftiges, kerniges Roggenbrot nach Marlene 

Samstag, 22. Juli 2017

Frauen und die Schönheit des Alterns


Mach' ich mir nix vor: es knittert, silbert und dellt! Und damit verhält sich  mein Körper durch und durch altersgerecht. Der Artikel *Verwelkt* von Patricia aka das Nuf ist meine Inspiration zu den heutigen Gedanken. Wir beide sind in etwa gleich alt, nur leben wir in gänzlich unterschiedlichen Lebensmodellen. Wie bereits bei ihrem vorherigen Artikel wippe ich beim Lesen bestätigend mit dem Kopf. Vorneweg gilt ebenfalls zu bekräftigen: soll doch jede wie sie meint! Ein Hoch auf die Individualität! Und: andere sind nun mal anders! Was allerdings gerade die Beweggründe anderer so interessant macht.

In einem Gespräch meinte eine etwa 50Jährige mal zu mir, sie wäre ja zu gerne nochmals 25. Ich staunte sie an! Nicht für viel Geld oder eben den Körper von damals wollte ich wieder zurück! Nicht einen Tag! Das hatte ich doch alles schon! Genau deshalb neide ich den kleinen Mädchen auch keinen Zentimeter Frischhaut. Hatte ich - nun ist es vorbei. Aber all die Erfahrungen nochmals durchleben, inklusive der zu ihnen gehörenden Erkenntnis (und Erkenntnis, die ihren Namen wert ist, geht meist mit der Bitterkeit einer Enttäuschung einher)... bis heute?! Echt, nein Danke!

Außerdem vermute ich, dass dieser Selbstoptimierungsquatsch für die heutige Jugend noch viel höhere Wellen schlägt als zu meiner Knospenzeit - ein Druck, der regelrecht zur Selbstausbeutung treibt und völlig zurecht von Byung-Chul Han kritisiert wird. Trotzdem bin ich seinerzeits um den Wonderbra geschlichen, der doch eine gute Körbchengröße drauf geschmuggelt hätte. Aber dann siegte der gesunde Menschenverstand: der einzige Mann, der meine Brust nachher in Händen hält, kennt die Originalgröße ja eh! Also für wen will ich dann antäuschen?

Genau diese Frage verstärkte sich, als ich mich einst in den Untiefen des gigantischen Souks in Kairo verlief und plötzlich in der Dessous-*Abteilung* stand! Extrem hotte Ware wurde dort feil geboten. Und ich wunderte mich ein wenig über mich selbst, dass irgendetwas in meinem Hirn damals Verschleierung und Frigidität miteinander verkuppelte. Noch mehr aber machte mir der Umkehrschluß zu schaffen: die arabischen Mädels mühen sich für Glammer daheim ab und wir westlichen geben uns mehr Mühe für die Straße. Ist vielen gefallen wollen besser als nur einem?

Im Iran vertrat *mein Tandemliegefahrradfahrer* die Haltung, dass es möglicherweise für die iranischen Frauen dank der Verschleierung leichter ist, ihr Frau sein zu leben: all der Wahn um Jugend, Figur und Mode würde schließlich wegfallen. Unter ihrem Zelt hätten sie alle Ruhe dieser Welt, ihre Innerlichkeit zu pflegen - ein großes Stück Stoff also könnte seiner Meinung nach einen ähnlichen Antidepressiva-Konsum wie in Frankreich unnötig machen.

Doch weit gefehlt, dazu schüttelt die Realität den Kopf. In keinem anderen Land der Welt werden soviel Nasenkorrekturen durchgeführt wie in Iran. Die Sozialisation als Grund schließe ich im Falle des Iran aus. Warum nur tun wir Mädels uns so schwer damit, uns selbst zu gefallen?

Parallel dazu blitzen vor meinem inneren Auge Bilder auf aus der amerikanischen Yellow-Press. Der Red-Carpet-Trend geht schon lange Richtung *enger-durchsichtiger-knapper*. Man will schließlich ALLES zeigen: den kompletten schönheitsoperierten, Personal-Trainer geformten Body. Bis zu Chrissy Teigens halbseidener *Entschuldigung* dachte ich, es gäbe zumindest so eine Art *Dresscode* für offzielle Veranstaltungen. Selbst in Amerika. Gut, die einen nennen es *geschmacklos*, die anderen nehmen den Seitenausgang der Freizügigkeit und bezeichnen es als *künstlerische Freiheit* oder *persönliche Entfaltung*. Whatever - geht mich nix an... ich kann ja weg gucken. Nur welches perfide Interesse verfolgen die Medien mit solchen Bildern?

Künstlicher Schönheit wird meine Bewunderung nie zuteil werden. Amerika bietet ja unter seinen *Stars* genügend Beispiele, die zeigen, dass auch die xte OP nicht vorm Altern schützt. Oder glücklicher macht. Und ob das die Sexyness samt Fuckability-Spanne (toller Auftritt von Caroline Kebekus) verlängert... isch wais es nischt.

Wo ich aber wirklich nicht mitkomme, das ist die steigende Anzahl an Frauen, die sich einer vaginalen Schönheitsoperation unterziehen. Sorry, aber Mädels spinnt ihr? Sehr spannend finde ich die Erklärung der Psychologin, dass Frauen sich zu sehr aus einer Außenperspektive beurteilen und sich aus sich selbst heraus zum Objekt degradieren. Die versteckte Kamera guckt von außen immer mit. Ist das nicht fürchterlich?

Ich setze alle Falten, die ich habe, dagegen, dass eine Frau sich attraktiver fühlt dank finanzieller Unabhängigkeit. Da steckt der hübsche Denkfehler drinne, von einer Äußerlichkeit (Alter/ Gewicht) zur anderen (Gehalt) zu hüpfen. Prompt fällt mir die Pressemitteilung zu Lionel Messis Hochzeit ein mit der abstrusen Botschaft über den Marktwert seiner anwesenden Gäste. Das Material Mensch.

Vermutlich bemerken wir gar nicht mehr, wie sehr uns der Kapitalismus mit seinem Bewertungssystem von Maß und Zahl in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wir sollten zurückfinden, zu einem Denken in Qualitäten. Wir sollten lernen, die Dinge vom Ende her zu denken. Wir sollten fähig sein, unterscheiden zu können zwischen *Anspruch* und *Bedürfnis*. Und vor allem sollten wir Mädels dazu finden, dass Wohlfühlen das neue Schönsein ist!

Wie muß mein Biotop aussehen, damit ich mich entfalten kann? Ich beispielsweise brauche Vertrauen, Ehrlichkeit, Offenheit, Freiheit und Natur um mich - samt einem Gegenüber, welches das genauso leben will. Stichwort *Werte*.

Wohlfühlen hat eindeutig etwas damit zu tun, wie man sein Leben einrichtet. Dann muß man die Stressfalte nicht wegspritzen, sondern versucht sein Leben derart umzugestalten, dass Stress sich gar nicht erst ins Gesicht abzeichnen muss. Und die Zähne nachts beim Schlafen nicht mehr knirschen. Hey, *das kleine Würstchen* als Lebensgefühl, das wäre meine Empfehlung für alle mit resting Bitchface-Problem!


Donnerstag, 20. Juli 2017

Ice-Ice-Baby: Ziegen-Faisselle-Eis mit Blaubeeren


Wenn es so heizt, dann gibts nix Schöneres als einfach für ein Stündchen an die Gervanne zu springen und Füße und Seele baumeln zu lassen - mein Gemüt könnte am Bach nicht heiterer gestimmt sein.

Das letzte Mal war direkt neben meinem Badeplatz eine Schmetterlingstränke: Dutzende von Bläulingen saßen am Boden neben der Gervanne und nur wenn sie etwas aufschreckte, stoben sie in die Höhe und wurden dadurch erst sichtbar als glizzernde, kleine, azurblaue Flatterwesen. Dazwischen erhob sich majestätisch schwebend eine kleine Gruppe Segelfalter. Ich kam nicht umhin, wiederholt wie Alice im Wunderland mitten hindurch zu hüpfen und ein Bad in den Schmetterlingen zu nehmen. Ein Zaubermoment, wie nicht von dieser Welt - und einer dieser zeitlosen Augenblicke, in denen man selbst kein Alter hat.

Wieder daheim mußte ein Eis her (same procedure)! Ich bin ja bekanntermaßen *Team Milchspeiseeis*! Für Sorbets müßt ihr woanders gucken. Wenn ich Sorbet essen, dann auch nur mit einer Sahnehaube. Ich glaube kaum, dass sich das in diesem Leben noch ändern wird. Für mein Eis verwendete ich den feinen, handgemachten Ziegenkäse, den ich hier in der Drôme überall kaufen kann: als Ziegenkäse-Faisselle (ihr nehmt stattdessen entweder Frischkäse oder Ziegenquark). Durch ihn mäandert sich eine Reduktion von Blaubeeren. Bref: oberlecker mit verwandten Zügen zu dieser Tarte und diesen Brownies

Komm' dachte ich mir, und wenn ich schon dabei bin, dann stelle ich euch noch eine Best-of-Liste meiner Gelaterie zusammen.

Zutaten:

125g Blaubeeren
20g Zucker (m: Rohrzucker)
(optional: 2 EL Cassis - m: eigener)
(optional: 4-5 Blättchen Minze)

220g Ziegenkäse-Faiselle (oder Ziegenquark/ Frischkäse)
50g Zucker (m: Rohrzucker)
2 frische Eigelb
150ml Sahne (bei verwendeten Frischkäse Halbfett-Sahne)
1 Pr Salz

Zubereitung:

Zuerst die Blaubeeren-Reduktion zubereiten. Dafür Zucker mit Blaubeeren pürieren und bei kleiner Flamme 5-10min köcheln und dabei das Wasser verdampfen lassen (wer mag gibt Cassis und Minze dazu - die Minzblätter müssen später wieder entfernt werden). Auskühlen lassen.

Die Eigelb mit der Sahne und dem Zucker über einem Wasserbad zur Rose aufschlagen (Achtung: die Eigelb dürfen nicht zu heiß werden, sonst flocken sie - zur Rose bedeutet, dass Sahne und Eigelb Bindung aufnehmen und eine cremige Konsistenz bilden). Vom Wasserbad nehmen, die Prise Salz und das Ziegenkäse-Faisselle einrühren und über einem kalten Wasserbald kühler rühren. Die Masse in einer Eismaschine zu Eis gefrieren lassen.

Nun 5 Schichten (beginnend mit der Eismasse) Blaubeer-Püree und Eismasse abwechelnd in eine Box schichten und so in das Gefrierfach geben.


Voilà, voilà, das Spezial zum unumgänglichen Eis-Song von Vanilla-Ice - den Ohrwurm gibts gratis obendrauf:



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Und für noch viel mehr wunderbare Inspiration schaut bei Zorra vorbei - sie hat einen der größten Eisdielen unter den Bloggern. Für nachahmenswerte, vegane Eis-Ideen schicke ich euch zu Frau Gold


Dienstag, 18. Juli 2017

Auswärtsspiel



Sehr gefreut habe ich mich über den Artikel zu *grain de sel - Salzkorn* auf der Seite *Das Ernährungshandbuch*! Er treibt mir eine zarte Röte auf die Wangen, wie es nur waschechte Schmeicheleien vermögen... Merci, Sonja!


Sonntag, 16. Juli 2017

Eselsbrücke: One-Pot-Reis-Eintopf


Es ist eine erwiesene Sache, dass es hilft zum Ausweniglernen zu singen. Ich habe das für euch überprüft und kann bestätigen: das stimmt. Bon, im denkbar kleinsten Rahmen, denn der Übungspacour ist bereits aufbaut. Man kann sich kaum ausmalen, wie unfasslich vergesslich der Mensch sein kann. Es ist regelrecht erschütternd.

Mir wird das ja tagtäglich vor Augen geführt. Um zu unserem Kühlschrank zu gelangen, muß ich nämlich von der Küche in die angrenzende Speiß laufen. Und ich kann euch eidesstattlich versichern: sieben (!) Schritten reichen aus, um vor offener Kühlschranktür einen Amnesie-Anfall zu erleiden.

Jetzt ist mir das aber mehr als ein Mal zuviel passiert, so dass ich weiß, wie wichtig es ist, mich diese sieben Schritte in der Spur zu halten. Ich summe also vor mich hin, was ich aus dem Kühlschrank herausgreifen will, bis ich es in der Hand halte.

Ich gebe euch ein Beispiel. Harissa. Dafür habe ich mittlerweile einen extra Song. Ich verändere minimal den Wortlaut des Refrains von Boy Georges *Bow Down Mister* (wird selbstredend als Spoiler unten eingespielt) und lege über *Hare Krishna* einfach ein gedehntes *Haaaaarischa*. Funktioniert einwandfrei!

Wegen diesem Lied wären meine Mädels und ich übrigens einst in blütejungen Jahren fast von einem Campingplatz geworfen worden. Es hatte sich auf eine Mix-Kassette (ein nostalgisch eingeworfenes YEAH) geschlichen und erhob sich ob seiner Fröhlichkeit zum Dauerbrenner. Dementsprechend wurde es wiederkehrend laut gestellt und wir hüpften uns unseren elternlosen Urlaub schön. Sehr zum Anstoß einer nahe zeltenden Familie. Die Mutter sah ihre Sprösslinge durch unseren Einfluß stark gefährdet und drohte, sich bei der Direktion zu beschweren. Wir wußten gar nicht, was die Frau eigentlich von uns will: das ist doch eine schöne Melodie! Botschaft? Welche Botschaft? *Haaaarischa* - jetzt weiß ich das natürlich auch!


Merken dürft ihr euch neben musikalischen Eselsbrücken, dass Mangold und Harissa eines meiner kulinarischen Dream-Teams bilden - die gehören einfach zusammen. Diesen Eintopf gibt es schon lange bevor dieses One-Pot-Dingens hochgekocht wurde und in Zeiten, als wir noch deutlich mehr Fleisch gegessen haben. Schmeckt aber gleichfalls auch in dieser Variante zum Reinlegen! Und es ist eines der Gerichte, die im Handumdrehen in den Topf geworfen sind!


Zutaten:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Mangoldstiele
2 EL Rapsöl
100g Soja-Geschnetzeltes (m: getrocknetes)
250g Mangold
3 Karotten
100g Reis  (m: Halb-VK)
1 guter Schluck Weißwein
ca. 400ml Gemüsebrühe
1 1/2 TL Paprika
ca. 1 TL Harissa (m: eigener)
Salz, Pfeffer

optional:
1 Ziegenkäse-Faiselle
Tamari-Sauce


Zubereitung:

Das Soja-Geschnetzelte mit 100ml kochendem Wasser übergießen und 5min quellen lassen.

Mangold waschen und von den Stielen befreien. Die Blätter fein schneiden und in einer Schüssel zwischenlagern.

Zwei Eßlöffel Mangoldstiele fein schneiden. 

Die Karotten waschen, sauber schruppen und in Julienne hobeln. 

Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Die Zwiebel in dem Rapsöl glasig dünsten. Kruz vor Ende, den Knoblauch und die feingeschnittenen Stiele zufügen und weiter rösten. Dann das Soja-Geschnetzelte mit dem Paprikapulver unterrühren und wieder etwas anbraten. Nun den Reis einrühren und kurz wenden. Mit dem Weißwein ablöschen. 

Die Möhren-Julienne und die Mangoldblätter zugeben, mit soviel Brühe aufgießen, bis alles gut bedeckt ist (ca. 400ml) und aufkochen. Bei kleiner Hitze und aufgelegtem Deckel köcheln lassen, bis der Reis weich ist, aber noch Biss hat. Dabei ab und an umrühren und kontrollieren, dass der Eintopf nicht anhängt - gegebenenfalls noch etwas Brühe nachschütten.

Wer mag serviert den Eintopf mit Ziegenkäse-Faiselle (oder griechischem Joghurt) und der Soja-Sauce seiner Wahl...

Bruder im Geiste: dieser Eintopf mit Hack


Bitte schön, ein mal im Kreis um sich selbst drehen für alle: 


Mittwoch, 12. Juli 2017

12 von 12 - Juli 2017


1: Ein heißer Tag kündigt sich an. In den frühen Morgenstunden versuchen wir mit offenen Türen die Frische ins Haus zu holen...
2: Waldbesuch direkt vorm Fenster - nun ja, er gilt vor allem dem Haselnuss-Strauch, von dem wir nicht eine Nuss mehr ernten werden...
3: bevor die Sonne zu sehr brennt - eine Runde Unkrautkampf. Heute die Auffahrt. Der Trick ist, es nie überpflegt aussehen zu lassen - das betont die Lage im Naturschutzpark (ich sollte wirklich in die Marketing-Branche) 
4/5: danach gut verschwitzt. Verdient also: auf dem Weg zu einem Termin, der Boxenstop mit café und Croissant... logo, im Schatten 
6/7: Crest liegt an der Drôme, dem Fluß, der unserem Département den Namen gibt. Die Burg ist bereits gerüstet für den Nationalfeiertag 
8: entlang an Sonnenblumenfeldern - ihre Blüte makiert für mich den Zenit des Hochsommers
9: im Treibhaus sammle ich Zutaten ein fürs Mittagessen
10: dazu kommen wir hier bestimmt noch...
11: ein Sprung in die Gervanne - und schon sieht die Welt gleich frischer aus
12: nun heißt es gießen... in Gesellschaft eines Hummelschwärmers

(dabei klammere ich fotographisch aus: einige Hausarbeiten wie Wäschewaschen, eine Runde Yoga, Vorbereitungen für das gemeinsame Grillen morgen mit unseren Feriengästen, das Brotbacken... aber zugegeben: Sommer in Südfrankreich fühlt sich automatisch wie Urlaub an ;)

mehr Eindrücke zum heutigen Tag wie jeden 12. den Monats bei Caro von *Draußen nur Kännchen*


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