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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Ahnungsvoll: Mandarinen-Törtchen


Meine Urgroßmutter doppelt mütterlicherseits kam mir gestern in den Sinn. Ich war dabei, Holz umzuschichten - wir haben das nächst greifbare direkt vor der Tür gut verbraucht und das füllte ich von dem Stoß etwas weiter entfernt nach. Meine Großmutter (folgerichtig mütterlicherseits) erzählte gerne über ihre Mutter, dass diese *ja Holz wie Streichhölzer setzen konnte.* Als Kind imponierte mir dieses Bild sehr und es fließt mir - eigentümlicherweise - wirklich stets durch die Gedanken, wenn ich selbst an dieser Arbeit bin.

Inès aka Mme Kaltmamsell fragte nach der Erwerbstätigkeit der Ahnen - mit großem Echo in Blogistan (= ich betone gerne, dass ich hierbei auf eine Wortschöpfung von eben jener zurück greife) ebenso unter ihren Kommentatoren.  Ich las mit großer Neugier mit. Im Mittelalter - so lehrte mich mein Mediävistik-Studium - sprich: vor der Verschriftlichung reichte die mündliche Überlieferung nur zwei Generationen zurück. Aber ich vermute dafür deutlich umfänglicher (also im Vergleich zu heute).

Das Wissen über meine Ahnen ist bestenfalls bruchstückhaft zu bezeichnen. Gerade wenn man bedenkt, dass man bei den Urgroßeltern schon unterscheiden können müßte zwischen vier Urgroßmüttern und vier Urgroßvätern. Regelrecht kurios finde ich, WELCHE Bruchstücke dann überdauern und im Gedächtnis der Nachkommen bleiben. Das Gedächtnis, tssss, welch verschlungene, rätselhaft selektive Pfade nimmt es. Über den Mann dieser Urgroßmutter - übrigens Küfer und Bauer von Beruf - entsinne ich mich einer weiteren Geschichte meiner Großmutter, im gleichen Maße losgelöst aus allen größeren Zusammenhängen. Wieder nur ein einzelnes Bild. Sie berichtete mir lachend, wie ihr Vater - *und wenn er in Unterhose am Frühstückstisch saß* - aufspringen konnte, sobald sein Regimentsmarsch im Radio lief, um dazu im Stechschritt um den Tisch zu marschieren. 

Mir dünkt, man hat zumeist kaum bis keinerlei Einfluß darauf, *WAS* einen an Dichtung und Wahrheit überlebt...

Diese Törtchen werden ganz bestimmt keine nennenswerte Existenz erreichen. Gerade wenn wir Gäste erwarten, stehe ich als Dessert sehr auf diese Art Törtchen. Denn außer etwas Wartezeit bedarf es bei der Zubereitung keinem aufwendigen Spektakel. Dafür wirken sie - zumindest für meine Verhältnisse - bereits schon fast nach Pâtisserie.

Zutaten:

Boden*
75g gemahlene Mandeln
75g Mehl
30g Puderzucker
60g Butter
1 Ei
Salz

weiße Kuvertüre

200g Quark
150g Sahne
30g Puderzucker
2 1/2 Blatt Gelatine
40ml Mandarinensaft

100ml Mandarinensaft (ca. 2 Stück)*
1 1/4 Gelatine
(optional: 1 EL Grand Manier)

Zubereitung:

Die Dessertringe von 5cm Durchmesser am unteren Ende fetten und mit Mehl bestäuben. Die Zutaten für den Boden zügig ohne zu langes Kneten zu einem homogenen Teig verkneten und 1 Stunde kühl stellen. Den Teig ausrollen, mit Dessertringen 4 Kreise ausstechen und zusammen mit den Ringen 30min in die Tiefkühle stellen.

Dann mit einer Gabel mehrfach einstechen und - ebenfalls in den Ringen - bei 170 (O/U-Hitze) etwa 25min backen. Währenddessen kontrollieren, dass sich die Böden nicht wellen - gegebenenfalls mit Hilfe einer Gabel wieder nach unten drücken.

Die ausgekühlten Böden mit über einem Wasserbad geschmolzener, weißer Kuvertüre bepinseln, abkühlen lassen und wieder in die Desserringe setzen.

Quark mit dem Puderzucker mischen. Die Gelatine in Wasser einweichen und gut ausdrücken. In dem Mandarinensaft erwärmen und auflösen - 2 EL Quark dazugeben, dann diese Mischung sorgfältig unter den restlichen Quark verquirlen (m: mit Handrührer). Die Gelatine etwa 10min anziehen lassen. Währenddessen die Sahne steif schlagen - diese dann unter die Quarkmasse mischen. Den Mandarinen-Quark auf die vier Desserringe verteilen. Etwa 30min (oder länger) kühl stellen.

Für die abschließende Fruchtschicht die Mandarinen auspressen. Die Gelatine einweichen, ausdrücken, in wenig Saft erwärmen und auflösen und mit restlichem Saft und Mus vermischen  - als Schlußschicht auf den nun fester gewordenen Quark gießen.

*Anmerkung m: der Teig für die Böden reicht für insgesamt 6 Böden - die Quarkmasse allerdings nur für 4 Törtchen/ das Kompott kann komplett mit Mandarinensaft ersetzt werden - wer mag, gibt für noch kleingeschnittene Mandarinen-Fruchtstücke dazu.


Dienstag, 12. Dezember 2017

Traditionell: die Menu-Vorschläge 2017


Gewisse Dinge muß man sich bewahren. Und dass ich euch eine Zusammenstellung mache von Menu-Vorschlägen für die kommenden Festtage, hat hier Tradition:

 * die Menu-Vorschläge 2012  


Auch dieses Mal habe ich aus meinem Blogjahr Ideen rausgesucht, die besonders lecker, gästetauglich und passend zur Jahreszeit sind. Wieder zeigt sich, dass meine Dessert-Rubrik nicht aus allen Nähten platzt. Erwarten wir selbst Gäste, handhabe ich das meist ähnlich: entweder ich greife auf meine Klassiker zurück (die findet ihr mittlerweile sämtlich in den Menu-Vorschlägen) - und das ist meine liebste Variante, denn Klassiker sind ja nicht umsonst allseits beliebt. Oder ich backe ein Kleingebäck (Tartelette oder Keks) und es gibt ein Eis dazu. Oder ich backe ein Törtchen - kommt immer super. Siehe hier in Vorschlag V - das erwarten euch also, sowie eine Vorspeise von hier, die ebenfalls in der Warteschleife hängt (soll heißen: zu Bild 10 und 15 folgt das Rezept in Bälde).

Bei aller Schmauserei ums Jahresende bleibt mein Ratschlag dennoch: machts euch in allererster Linie wohlig. Das beste Essen kann keine miese Stimmung retten - schlimmer noch: eine fiese Laune schlägt auf den Appetit.  Daher immer schön cremig bleiben und less is more!


Vorschlag I:


http://salzkorn.blogspot.fr/2017/07/biographien-douce-steiners-couscous-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/08/bises-financiers-mit-himmelbeeren.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/02/fdf-sellerie-gnocchi-mit-safran-thymian.html


Vorschlag II:


https://salzkorn.blogspot.fr/2017/10/regentanz-vichyoisse-light.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/02/drei-in-einem-russische-zupfkuchen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/02/my-baby-got-sauce-veggie-bratensauce.html



Vorschlag III:


https://salzkorn.blogspot.fr/2017/12/das-nocken-prinzip.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/04/lichtvoll-orangenmarzipan-tartelettes.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/10/freigeistiges-sonntagsessen.html



Vorschlag IV:


http://salzkorn.blogspot.fr/2017/06/rauschen-mango-lassi-eis.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/03/schniposa-nicht.html


Vorschlag V:


https://salzkorn.blogspot.fr/2017/12/ahnungsvoll-mandarinen-tortchen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/09/blog-busterhonig-nuss-feigen.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2017/11/impro-tagliatelle-mit-paprikacreme-und.html




Sonntag, 10. Dezember 2017

sinn-freies Plätzchenbacken: Schoko-Orangen-Kipferl


Für die einen mag Dekoration, Konsum und Völlerei als tragenden Säulen für das größte Fest der abendländlichen, christlichen Kultur ausreichen. Ihnen werden dazu wahrlich manigfaltige Anregungen geboten. Nur, worum es in diesem Fest inhaltlich geht, das verschwindet zwischen Punsch und Lametta in der Bedeutungslosigkeit - schon vor 15 Jahren konnten sich ein Drittel der Kinder die Geschichte nicht mehr ganz zusammenreimen. Ist das nicht der Todestag vom Weihnachtsmann?

Das darf jeder halten, wie er mag - ich muß ja nicht teilnehmen. Zumal für mein Dafürhalten gerade Spiritualität etwas SEHR Individuelles, Eigenes und Privates ist. Aber es erstaunt mich doch, dass sich manche Dinge über Jahrtausende in der Menschheitsgeschichte derart gleichen: der Tanz ums goldende Kalb.

Vermutlich lenken dererlei Glitter-Veranstaltungen prinzipiell gut vom Wesentlichen ab. Was jedoch ist das Wesentliche? *Macht Weihnachten für dich Sinn* stellte mein Habib als Frage für unser kleines Event zum 2.Advent. Für mich persönlich ist der Sinn von Weihnachten untrennbar verbunden mit dem Sinn des Lebens. Ohne Spiritualität kein Sinn - für mich. Meine dunkelsten Stunden sind stets die, in denen mir der Sinn abhanden kommt, in denen ich erschöpft und müde bin von der ganzen Abstrampelei. Warum? Für was?

Ohne dass ich mich orientieren würde an allem Lichten, Klaren, Wahrhaftigen, an Werten, die größer sind als ich, an geistigen Gesetzen würde ich wohl in der Verzweiflung versinken. Und ich bin mir sicher: mein tiefstes Ich würde sich in der Willkür verlieren. Das Symbol von Weihnachten  schenkt mir Hoffnung. Die Hoffnung auf Erlösung.

Wie die meisten Weltreligionen gehe ich von Reinkarnation aus. Ohne Reinkarnation macht wiederum Spiritualität keinen Sinn - für mich. Ich versuche also, mich an die religiös-spirituellen Gebote zu halten (man könnte sie, finde ich, ebensogut *altruistische Gebote* nennen). Dann darf mein Bewußtsein - so die Hoffnung - irgendwann in seiner eigentlichen, geistigen Heimat bleiben, sich dort rein geistig weiterentwickeln in einer Sphäre von Ruhe und Frieden und muß nicht wiederkehren auf diesen Planeten des ewigen Gemetzels.

*Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen* (Goethe). Nur wer suchend ist, nur wer Fragen hat, findet auch Antworten. Ganz bestimmt. Gerade wer die Spannung wahrnimmt, in die der Mensch gestellt ist. So gehe ich von zwei Polen aus, zwischen denen der Mensch Entscheidungsfreiheit hat - sonst würde die Möglichkeit, sich entwickeln zu können logischerweise keinen Sinn machen. Wohin also strebt der Mensch? Richtung Krieg oder Frieden, Licht oder Dunkelheit, Wahrheit oder Lüge, Zerstörung oder Aufbau. Wer ins Licht will, muss sich mühen. Wer wahrhaftig, eigenverantwortlich, nüchtern, bewußt sein will muß streben. Solche Menschen müssen ringen um einen gesunden Menschenverstand, wünschen sich urteilsfähig zu werden, Egoismus und Vorteilsdenken auszutauschen gegen eine anständige Selbstachtung. Solche Dinge eben stelle ich mir darunter vor.

Grundsätzlich gleichen sich die Vorgaben zur Herzensbildung sämtlicher Religionen doch sehr. So kompliziert ist es ja nicht. A la: *Was du nicht willst...*

Oder wie fasst es Goethe mal wieder so schlicht in einen Vierzeiler:
*Die Wahrheit ist ein simpel Ding,
die jeder leicht begreifen kann,
allein sie scheint euch zu gering
und sie befriedigt nicht den Wundermann.*

Mir gibt die Orientierung an der einfachen, klaren, hellen Wahrheit Halt - sie ist mir wie ein Ariadnefaden raus aus dem Labyrinth der vielen, subjektiven Wahrheiten hin zu ewigen, geistigen Wahrheiten. Dass es ein Tor dazu gibt, so verstehe ich die Weihnachtgeschichte.




Und damit am 2.Advent auch traditionell noch ein wenig gekrümelt wird, weils ja gar so schön ist, backe ich Plätzchen dazu - gemeinsam mit meinem restlichen Mädelsreigen. So sollte heute nicht nur eine ganze Plätzchendose zusammenkommen, sondern gleichzeitig ein kleines Kaleidoskop an unterschiedlichen Blicken auf Weihnachten. Wie ihr bereits wißt, legen wir heute zusammen: Plätzchen wie Gedanken - und hier könnt ihr dazu gucken 


 * Fee von *Fee ist mein Name*  
 * Christina von *New Kitch on the Blog*  
 * Juliane von *Schöner Tag noch* 
 * Miss Boulette* 
 * Julia von *Chestnut & Sage*
 * Maret von *Buddenbohm & Söhne*
 * Christina von *Feines Gemüse*
 * Stephanie von *Stepanini*
              
Zutaten - ca. 70 Stück:

200g Mehl
50g gemahlene Mandeln
1/2 TL Backpulver
125g Butter
1 Ei
80g Rohrzucker
1 Pr Salz
100g Schokolade (70%)
1/2 TL Kardamom
1/2 Orange - Abrieb davon

Kuvertüre zur Dekoration

Zubereitung:

Schokolade raspeln oder fein hacken. Mehl, Mandeln und Backpulver in einer Schüssel miteinander vermengen. Zucker, die 1 Prise Salz, den Kardamom zufügen. Schokolade untermischen, ebenso wie die Orangenzesten. Nun das Ei und die Butter als Flöckchen zu der Mischung geben und daraus sorgfältig einen homogenen Teig kneten. Den Teig in Folie wickeln und so. 30 Minuten Kühlschrank ruhen lassen.

Nun gehts ans Kipferl-Formen. Dafür den Teig portionieren und nacheinander zu Rollen formen von ca. 2cm Durchmesser. Von denen Stücke von etwa 10g abschneiden, diese erst rund formen, dann zu kleinen Rollen (Hörnchen) und diese U-förmig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und dabei etwas Abstand lassen - die Menge ergibt 2 Bleche.

Im vorgeheizten Backofen bei 160°C ca. 15-20 Minuten backen.

Wer mag tunkt die Spitzen der Kipferl noch in Schoko-Konfiture - diese dann auf einem Kuchengitter abtropfen lassen und bevor die Schokolade vollständig ausgekühlt ist wieder umschichten auf das Blech mit dem Backpapier. Trocknet die Schokolade völlig aus, läuft man Gefahr, die Kipferl zu zerbrechen, will man sie so festgeklebt vom Kuchengitter lösen. 


Samstag, 9. Dezember 2017

Morgen Kinder wirds was geben...


Alle sind sich einig, dass gen Ende das Jahr Fahrt aufnimmt. Es gibt noch jede Menge zu erledigen - gefühlt das xfache Mal von dem, was einem lieb ist. Und alles, was obendrauf hinzu kommt, kann schnell pflichterfüllende Last sein.

Umso mehr freue ich mich, dass ich euch ausgerechnet jetzt ein kleines Event ankündigen kann. Yeah, das welterste, das ich initiiere! Das Motto bleibt einem Salzkorn-Prinzip treu: Gerichte mit Geschichte. Und so habe ich das Event  *sinn-freies Plätzchenbacken* genannt. Hinzu gab mein Habib folgende Fragestellung: *Macht Weihnachten für dich Sinn?* - eine wie ich finde, sehr intime Frage. Doch auch davon ließen sich die Mädels nicht schrecken.

Eine von mir handverlesene Gruppe von Blogger-Kolleginnen rückt morgen zusammen, um gemeinsam den 2.Advent in Blogistan zu feiern. Bereichernderweise vermischen sich bei mir Foodblogger-Mädels mit Wohnzimmer-Musen - ganz wie ich mir das gewünscht habe. Hach, und es sind lauter Lieblinge von mir, die bei dieser einmaligen Gemeinschaftsaktion mitspielen, lauter Blogs, die ich gerne, regelmäßig und schon sehr lange lese. Leichterdings könnte ich auf alle eine Laudatio halten! Sogar eine Langvermisste - die mit dem coolsten Foodblog-Namen ever - springt dafür mal wieder aufs Blog-Pony (Extra-Yeah!). Dieser Reigen ist mir großes Vergnügen! Aber ihr werdet ja selbst sehen...

Soweit also für heute - quasi als glühweinloses Vorglühen. Morgen - ist das Zauberwort - wirds was geben und zwar in diesem Reigen:

                                        *
                                *
                              *
                                *
                         * 
         *Christina von *Feines Gemüse* 
                       *Miss Boulette*
              * Julia von *Chestnut & Sage*
           *Fee von *Fee ist mein Name*
                 *Christina von *New Kitch on the Blog*
                 *Stephanie von *Stepanini* 
         *Juliane von *Schöner Tag noch*
                *Maret von *Buddenbohm & Söhne*
              *und icke 
                   *
                       * 

Mittwoch, 6. Dezember 2017

WinWin: Chai-Sirup


Wenn ich bei einem Satz keinen Eimer mehr brauche, dann wenn ich höre: *Hey, das ist eine echte WinWin-Situation*. Schön wäre es, ich könnte mir infantil einen Chinesen aus der Provinz WinWin vorstellen, der von Imperiumswahnideen geplagt wird. Aber nein, WinWin steht mir in der letzten Zeit zu oft auf den Zehenspitzen, so dass ich jetzt und hier WinWin zum Unwort des Jahres küre! Ehrlich, wem das über die Lippen geht, der outet sich doch als jemanden, dem die innere Rechenmaschine *Kosten-Nutzen* stets auf Hochtouren läuft. Da klappern die Dollerzeichen vor offenen Augenlidern wie Räder in einem einarmigen Banditen.

Ha, Gefälligkeiten, Freundschaftsdienste, die pfadfinderische gute Tat pro Tag - das braucht kein Mensch mehr. Jetzt spielen wir, *das Pfand in meiner Hand*, jetzt gibt es WinWin. Und wer anders denkt, der gehört zu den Spakken der Gutmenschen. Hey, wir müssen alle von was leben - irgendetwas muß schon rumkommen bei nem waschechten Deal. Ist doch schöner für beide, dieses WinWin, oder nicht? Und jetzt tu bloß nicht so, als würdest du nicht auch zumindest ein bißchen mitrechnen. Wir reden ja nicht gleich von *berechnend*. Oder bist du am Schluß gar ein Opfer-Typ? Spender? Tja, selber schuld... Können halt nicht alle fürs Geschäft geboren sein.

Wißt ihr, wer mir zu WinWin einfällt? Hans im Glück. Kennt ihr bestimmt, das Grimmsche Märchen vom tauschenden Hans. Alles war Bombe, bis er einem begegnet ist, der ihm was von WinWin vorfaselte. Und, wie ging die Geschichte aus? Eben. Mein Fazit: Augen auf bei den angeblichen SUPER Angeboten. Die, die am Dauer-Traktieren sind, treten nie mit offenem Visier auf, verheimlichen immer etwas - dem raffinierten Vorteilsdenken zu liebe und um Abhängigkeiten zu schaffen. Da können sie T-Shirts mit dem Aufdruck *Privat bin ich ganz anders* tragen, buisness as usal betreiben sie trotzdem.

Und was hat das mit meinem Rezept zu tun? Mag die Moderne mit ihrem WinWin fuchteln wie sie will, ich nenne es eine *komplett befriedigende Gesamt-Situation*. Mein Rezept schlägt drei, wenn nicht gar vier Nägel mit einem Kopf. Zum einen kann man sich hier Gewürz-technisch voll ausleben - und wie herrlich läßt es sich im Advent mit Gewürzen rauschen. Man braucht sich nicht mit Kleckern aufzuhalten, sondern man kann richtig glotzen.  Desweiteren kennt wohl jeder, der gerne kocht, in der Schublade Gewürze, die DRINGEND aufgebraucht werden sollten: eine ausgetrocknete Vanilleschote, Kardamom-Kapseln, die weg müssen. So Zeugs eben. Nach diesen zu greifen, liegt für das Sirup mehr als nahe. Und dann finde ich Chai-Sirup einfach köstlich. Wie gut erinnere ich mich an meinen letzten Chai-Latte bei Starways in Guatemala-Stadt - aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt setze ich das Chai-Sirup ein für unsere tägliche, goldene Milch, ein Ritual, das mir damit wirklich versüßt ist - nur mit einem Teelöffel für zwei Gläser! Und als Geschenk würde ich mich über Chai-Sirup ebenfalls freuen - womit wir bei einem vierfachen Nikolaus rausgekommen wären!

Zutaten für ca. 350ml Sirup:

600ml Wasser
200g Vollrohrzucker
2 Zimtstangen
12 grüne Kardamom-Kapseln*
5 Nelken
2 Sternanis
1 Muskat-Blüte
5 Piment-Körner
1 Vanillstange
3 Scheiben Ingwer (ca. 20g)

Zubereitung:

Wasser und Zucker zusammen aufsetzen und den Zucker ganz auflösen lassen. Alle Gewürze dazu geben außer den Ingwer und bei sanfter Hitze 20min köcheln lassen. Dann die Ingwerscheiben zufügen und eine weitere Viertelstunde einreduzieren lassen, bis etwa 350ml übrig sind. Den Sirup so abkühlen lassen, dann durch ein Sieb abseihen und derart die Gewürze entfernen und in vorbereitete Gefäße (m: Zuckerstreuer) füllen.

*Anmerkung m: wenn ihr frische Kardamom-Kapseln verwendet reichen wohl auch 10 ;-)

Inspiration: Nicest Things bzw. Tasty Yummies

Montag, 4. Dezember 2017

Das Nocken-Prinzip


Weil wir es doch gerade von den Quenelles aka Nocken hatten - ich wollte euch direkt nochmals demonstrieren, wie hübsch damit zu spielen ist. 

Volle Gemüsegarten-Küche, wie ich sie besonders schätze. Und eben auch ein leichter Start in einen gemeinsamen Abend. Ach, ich brauche bestimmt nicht nochmals die ganze Story aufrollen. Ist ja schon alles gesagt. Wenn euch die Vorteile nicht spätestens jetzt einleuchten, dann fällt mir zur Erhellung auch nicht mehr ein. Das hier ist auf jeden Fall die Karottenvariante - in klassisch und der purpurnen Variante. Gerade die leuchtend-lila Möhren lagen so neckisch am Wochenende auf dem Markttisch und riefen: *Nimm mich mit nach Hause*, dass ich glatt zugegriffen habe. Und dann nahm es genau dieses Ende. So, nun wißt ihr mal wieder alles...

Zutaten 2-4P:

200g Karotten
1 Schalotte
2-3 EL Parmesan*
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Pr Zucker
1 TL Butter
(optional: Petersilie, fein gehackt)

Zubereitung:

Die Karotten (wenn farbig - dann getrennt von einander) dünsten mit der Hälfte Butter, der Prise Zucker und 2 EL Gemüsebrühe. Pürieren und abkühlen lassen. In der anderen Hälfte Butter die fein gewürfelte Schalotte braten.

Alle Zutaten miteinander vermengen und abschmecken. Wer mag gibt auch noch Zesten von Zitrone oder Orange dazu. Mit zwei Teelöffen oder zwei Esslöffeln (je nach gewünschter Größe) Nocken formen und auf einen bunten Salat setzen.

*Anmerkung m: die lilanen Karotten habe ich anstelle von Parmesan mit Ziegenfrischkäse vermengt. Alternativ bietet sich auch Frischkäse oder Feta an.

Freitag, 1. Dezember 2017

DUBB: Held Lebkuchen


Ich liebe Lebkuchen. Schon immer. Für mich DER Inbegriff von Weihnachtsbäckerei. Möglicherweise gar die feinste und typischste aller Adventsschleckereien. U-n-d i-c-h h-a-b-e e-i-n D-U-B-B-R-e-z-ep-t d-a-f-ü-r! Juchhuhhh - ich hüpfe mir vor Aufregung fast ein Rumpelstilzchen. Ich freue mich so, das verkünden zu können! Ein himmlisches Best-of-Rezept, das ich Katja aka der Raumfee zu verdanken habe. Ist das nicht toll !?!

Etwas peinlich berührt muß ich zugeben, dass Katja mich schon vor drei Jahren darauf hingewiesen hat, dass es sich dabei um ein DUBB handelt. Warum die Verzögerung? Es ist mir schleierhaft. Es muß wohl mit den Oblaten zusammenhängen, die im französischen Einzelhandel nicht vorhanden sind. Aber als ich nun jüngst im Allemanenreich zu Besuch war, da lief ich an ihnen vorbei. *Klingelingeling* läutete es in meinem Kopf - und ich wußte ganz genau, was zu tun ist. Zusätzlich war wohl ein kleiner Hemmschuh im Kopf zu überwinden: ich dachte fälschlicherweise immer, dass Lebkuchen aufwendig zu basteln sind.

Mais non, es gilt das  Zitronat, Orangeat und den Ingwer kleinzuhacken und die Lebkuchenmasse auf Oblate zu häufen. An dieser Stelle muß ich euch darauf hinweisen, dass es gerade bei Orangeat und Zitronat wirklich galaktische Unterschiede gibt. Kauft bitte das gute Zitronat und Orangat - hier lohnt sich der Preisunterschied. Wie lange das Häufen von der Lebkuchenmasse auf die Obladen dauert, kann ich ausnahmsweise in Minuten sagen. Für das zweite Blech - die Hälfte: 25 Oblaten - habe ich exakt so lange gebraucht, wie das erste Blech im Ofen buk: 15min. Und das Verzieren rutscht man ebenfalls auf einer Pobacke ab.

Ich fasse für euch zusammen: für eines der schönsten Gebäcke der Vorweihnachtszeit - Lebkuchen - habe ich ein DUBB-Rezept, das bedeutet, dass ich mich wohl nach keinem weiteren Rezept dafür umschauen werde, weil ich bereits im Besitz bin des besten Rezeptes für Lebkuchen. Katja, ich danke dir herzlich, dass du dieses DUBB mit mir und uns teilst! Deine Lebkuchen werden einen festen Platz in meiner Adventszeit erhalten und ich feiere sie mit jedem Bissen!


Zutaten 40-50 Stück:

150g Mandeln, gemahlen (m: geschält)
150g Mandeln, gehackt
3 Eier
100g Rohrzucker
100g Citronat
100g Orangeat
50g kandierter Ingwer
1 TL Zimt, gemahlen
1/2 TL Nelke, gemahlen
1/4 TL Kardamom
2 Msp Piment
2 Msp Macis
4 Tropfen Bittermandelöl
1 großzügige Prise Salz

40-50 Oblaten - Ø5cm
Schokolade/ Kuvertüre - Puderzucker 

Zubereitung:

Orangeat, Citronat und kandierter Ingwer schön fein hacken.

Die Eier zusammen mit dem Zucker schaumig rühren. Gewürze, Kleingehacktes und Mandeln sorgfältig untermischen und 10 Minuten ruhen lassen.

Den Ofen auf 175° (O/U-Hitze) vorheizen. Ein Backbleck mit Backpapier auslegen. Die Oblate in die Finger der linken Hand nehmen und einen gehäuften Teelöffel auf die Oblate stetzen - ringsherum zu einem Hügel formen und auf das Backblack setzen (ungefähr 25 Stück passen auf ein Blech).

Die Lebkuchen 15min backen bis die Lebkuchen eine zarte Bräune haben, aber sich noch weich anfühlen.

Je nach Lust und Laune die ausgekühlten mit einer Puderzucker-Glasur bestreichen oder kopfüber in geschmolzene Schokolade tunken und auf dem Backpapier trocknen lassen. In einer Keksdose aufbewahren.

*Anmerkung m: ich habe die Hälfte des Rezeptes gebacken und den Zucker etwas reduziert - für uns goldrichtig.

die Anzahl der Lebkuchen variiert dadurch, wie hoch man die Lebkuchenmasse auf die Oblaten häuft - wer kleine Hügel vorzieht, dem reichen 40 Oblaten. Man kann die Lebkuchen auch eine Nummer größer backen mit Oblaten von Ø 7cm - dann verlängert sich die Backzeit etwa auf 20min.

ACHTUNG: das GUTE Citronat und Orangeat verwenden - es gibt furchtbares Zeug, das wie Synthetik aus der Hölle schmeckt!




Weitere Ideen zur Weihnachtsbäckerei findet ihr bei mir entweder 

 * unter dem Label *Kekse* oder ihr schaut entweder auf das 
 * Foto-Board der gesammelten Kekse und Plätzchen oder hier gibts sogar nur 
 * die Auslese als Plätzchen-Dose
 * Dann wären da noch die einschlägigen Kuchen
 * und die zweite Ausgabe des Hilda-Inline-Magazins mit tollen Ideen 

Ja, hier wird sich noch gekümmert...