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Sonntag, 7. Januar 2018

Es könnte...: Blumenkohl-Risotto mit Kidney-Bohnen-Bulette


Neben der Anregung, mich kulinarisch immer wieder neu zu versuchen, dient dieses Blog ebenso dafür, mich meinem Bewußtsein zuliebe im Formulieren zu üben. Wie oft komme ich darauf zurück, wie wertvoll mir unsere Madagaskar-Reise war: keine ging tiefer, keine war mit mehr Konsequenzen, mit mehr Veränderung verbunden. Manchmal gilt es etwas durchzustehen, den Schlammpacour bis zum bitteren Ende zu robben, damit das Licht nachher umso heller strahlt (über dieses Prinzip sprechen wir hier nochmals!).

Nun, eine wirklich wundervolle Rückkopplung von Madagaskar ist mein neues Lebensmotto - ein RIESEN Zugewinn aus tiefer, wahrlich zweifelsfreier Erfahrung heraus. Für mich könnte dieser Spruch, der da lautet: *Es könnte schlimmer sein!*, in allen Glückskeksen und auf sämtlichen Teebeuteln dieser Welt stehen. Häh, denkt ihr jetzt vermutlich, wo soll da der Gag? Tuckt die Alte noch?

Klingt gar nicht mal spektakulär, das stimmt schon. ABER: Kinners, ausprobieren! Selbsttest! Der Effekt ist der Knaller! Ein bombensicherer Stimmungserheller! Beispiel! (nix geht in meine Welt über pars pro toto.) Ihr steht nackisch vorm Ganzkörperspiegel und sagte (oder denkt) in UNERSCHÜTTERLICHER (Muss!) Überzeugung:  *Es könnte schlimmer sein!* Es ist ein Zauberspruch (ob ihrs glaubt oder nich)! Was passiert nämlich?! Hey, die volle Umpolung! Man achtet im selben Augenblick auf alles, was jetzt gar nicht mal so schlecht ist - und zwar anstelle der sonst üblichen *Fehler im Bild*-Sucherei (worauf wir Mädels scheinbar getrimmt sind - gerade in puncto eigener Körperwahrnehmung).

Das Gleiche funktioniert selbstredend ebenso gut angezogen (und warum sollte, was bei mir funktioniert, nicht ebenso bei euch klappen?). Ich zücke mein Motto in allen Lebenslagen: wenn ich ein Haar aus der Suppe ziehe, Erbsen zähle, Seiten- oder Gegenwind verspüre, der Mond ungünstig steht, die Hormone Geisterbahn fahren.. naja, ihr wißt schon... Sprüchlein aufgesagt, Bums, schon zieht die Sonne mit einem selbstzufriedenen Lächeln über mein Gesicht!

Soho, die (selbsterprobte) Lebensberatung gibt es heute als Wort zum Sonntag obendrauf zu einem sehr feinen Teller, den direkt die Kohlenhydrat-Phobiker in ihr Herz schließen werden. Wobei ich die Aufmerksamkeit lieber auf den Gesamtgenuß lenken möchte: köstliche, unkomplizierte Alltagsküche, viel Gemüse und dabei trotzdem nicht der typische Standart. Also da könnte einiges bedeutend schlechter... aber lassen wir das.


Zutaten 2P - 8 Stück:

Bulette:
250g Kidney-Bohnen, gekocht
150g Kichererbsen, gekocht
1 kleine, rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Thymian
Oregano
2 TL körniger Senf
2 TL grüne Tapenade
Chili-Flocken
Gewürzsalz
Pfeffer
1 EL Vollkorn-Mehl
(optional: 100g Räuchertofu)
Rapsöl zum Braten

Blumenkohl-Risotto
1 kleiner Blumenkohl
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 Ziegenfrischkäse (ca. 100-120g)
1 Stich Butter, kalt
2 EL Erdnuss-Öl
ca. 3 EL Gemüsebrühe (evt. mehr)
2 EL Mandel-Blättchen
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln und in ein wenig Rapsöl glasig braten. Thymian und Oregano kurz mitrösten.

Bohnen und Erbsen in eine Schüssel geben und entweder grob zerstampfen oder mit dem Zauberstab grob pürieren. Wer mag, gibt den fein gewürfelten Kräuchertofu noch dazu. Alles sehr pikant abschmecken (gerne etwas überwürzen: das mögen Buletten). 8 Portionen mit feuchten Händen zu Kugeln formen. Eine Pfanne gut erhitzen und die Patties in die heiße Pfanne setzen, dann erst Öl dazu geben - von beiden Seiten etwa 3min braten, bis die Frikadellen Farbe angenommen haben.

Für das *Risotto* den Blumenkohl von seinem Strunk befreien und die Röschen fein hacken. Zwiebel ebenso wie den Knofi fein würfeln.

In einer Pfanne ohne Fett die Mandelblättchen anrösten und zur Seite stellen. Das Öl in der Pfanne schmelzen lassen und bei mittlerer Hitze den gehackten Blumenkohl darin leicht Farbe annehmen lassen - kurz vor Ende Zwiebel und Knoblauch zufügen und so lange mitrösten, bis die Zwiebel glasig ist. Die Brühe zufügen und weitere 2min köchen lassen - der Blumenkohl sollte immernoch etwas Biss behalten.

Dann die kalte Butter und den grob zerbröstelten Ziegenkäe untemischen - das Fett bindet die übrige Flüsigkeit und es entsteht eine cremige Bindung.

Blumenkohl mit Buletten zusammen servieren.



Inspiration Blumenkohl:  Tim Mälzer

Kommentare :

  1. Ich bin keine Kohlehydrate-Phobikerin. Deinen Teller habe ich trotzdem ins Herz geschlossen :-).

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    1. Darin kann ich keinerlei Widerspruch erkennen, denn mir geht es ebenso, Susanne ;-)

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  2. oh, ja, bin auch keine Kohlehydrate-Phobikerin, aber das klingt sehr lecker und ist schon auf die Nachkochliste gewandert! Mh, und eventuell "fehlende" Kohlehydrate kann man ja auch noch mit restlichen Plätzchen zum Nachtisch allerfeinst ausgleichen ;-) Wunderbare wortmalerische Wortschöpfung ist übrigens dein "Kräuchertofu", womit wir am Beginn deines Textes anknüpfen können... Sonntägliche Grüße von Hannah

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    1. Das klingt nach einem hervorragenden Plan, Hannah. Ausgleich ist ja so wichtig :-) Und dann lasse ich meinen Verschreiberling einfach - alleine, weil du ihn magt (und er nicht völlig chinesisch klingt, sprich unverständlich) liebe Grüße zurück!!

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  3. Blumenkohl ist ja D A S Ding 2018, ich sags Dir!

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    1. Erst seit 2018? Julia, Julia - spätestens :-)

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  4. Blumenkohl und ich werden erst gaaaaanz langsam Freunde (während Rosenkohl weiterhin keines Blickes gewürdigt wird und Rote Bete und ich mittlerweile BFF sind!!). Aber das Rezept gefällt mir. Und gemäß Deines Mottos denke ich: Ja, könnte schlimmer sein (Rosenkohl z.B) :) Hab ein schönes neues Jahr!!

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    1. Rosenkohl? Ein Würger? Allen Ernstes? Tsss, Julia, da kommen ja Sachen raus... ;-) Aber gut, ich sehe nach der Vorgeschichte immerhin noch Hoffnung. Weil SO weit sind Blumenkohl und Rosenkohl nun auch nicht voneinander entfernt. Nicht unüberwindlich, möchte ich behaupten... Dir auch ein 2018 mit viel Sonnenschein und wenig Wolken

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