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Freitag, 10. November 2017

angeschwärmtes Harissa-Öl


So im direkten Ländervergleich Deutschland-Frankreich schneidet Frankreich, was das Flirten betrifft, um Galaxien besser ab. Wir Deutschen, wir sind stark in Strukturen, in Organisation, in *reiblunglosen Abläufen* - das kommt mir jedes Mal, wenn ich in Deutschland wieder am Supermarkt an der Kasse stehe. Aber der Umgang mit dem vagen, luftigleichten, unverbindlichen Versprechen, dem schwebenden Andeuten - das ist nicht unser Spiel. Die Fränzis hingegen lieben alles Zweideutige, lassen in dieser Hinsicht keine Zote aus, und ohne die obligate Coquetterie ist mir Frankreich völlig unvorstellbar.

Der Habib erzählt an der Stelle gerne zur Verdeutlichung, wie er Vorträge hielt zu seinen Sahara-Durchquerungen - hüben wie drüben. Auf einem der Fotos war eine Dünenlandschaft zu sehen mit deutlicher Reminiszenz an die weibliche Brust. Wurde in Deutschland das ohne jedes Zeichen des Erkennes übergangen, machte gleiches Bild in Frankreich stets sofort Furore mit lautstarken Turbulenzen und Gekicher.

Ich flirte auch gerne. Das ist doch ein wohliges Schöntuerei-Spiel. Laut Etymologie kommt *flirten* sogar genau daher, von *conter fleurette* - jemandem Schöntun, Süßholz raspeln. So entstand das englische *to flirt* und daraus dann wieder  entsprang französisch *flirter*. Hey, genau genommen ist Flirten nichts anderes wie eine Kunst. Denn sich in aller Leichtigkeit und Ungezwungenheit dem anderen anzunähern und seine Sympathie zu zeigen, das kann eindeutig nicht jede/r. Herje, was gab es in Iran glizzernde Augen mit einem Esprit und einer sprühenden Lebendigkeit - die mussten noch nicht einmal mehr zwinkern. Wirklich - meine Empfehlung für alle, die ihren Deckel noch nicht gefunden haben: in Iran sollte sich verlieben lassen.

Dass dieses Spiel oft missbraucht wird, hmmm, das ist bedauerlich. Also wenn es ins Derbe, ins Obszöne geht, dann hat das ja nichts mehr mit freilassender Anschwärmerei zu tun. Und eben auch nix mehr mit einem Flirt. Sehr witzig genau damit geht ein französisches Lied um, das ich euch als Spoiler unten eingestellt habe. Französisch-Kenntnisse braucht es, um den Sprachwitz zu verstehen und gleichzeitig kann man das eigene Französisch auf Straßenfestigkeit überprüfen...

Und schon bin ich auch bei dem Chili-Öl, das Würze und Schärfe als i-Tüpfelchen obendrauf für quasi alles bietet. Dafür muß ich zu meiner Einleitung keinerlei Brücken mehr bauen. Mitgenommen habe ich das Rezept von Susanne, ich habe es lediglich umgetauft in *Harissa-Öl*, weil es mich sehr an mein Harissa-Rezept erinnert. Ganz mit Susanne: multifunkional einsetzbar. Das Öl wird in der Küche nicht verstauben!


Zutaten für 500 Milliliter:
2 frische rote Chilischoten
4 Zehen Knoblauch
1 EL Chiliflocken
1 TL Sichuanpfeffer
1 TL Meersalz
1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL Sesamsaat
500 ml neutrales Öl (Erdnussöl oder Rapsöl sind gut)


Zubereitung:

Von den Chilis die Stiele entfernen; die Schoten grob hacken. Knoblauch schälen und zusammen mit Chiliflocken, Chilischoten, Sichuanpfeffer, Salz und schwarzem Pfeffer im Blitzhacker fein zerkleinern (m: mußte dafür etwas Öl zufügen - mein Hacker hätte sonst nicht richtig zerhackt). Alles zusammen mit dem Öl in einen Topf geben und ca. 10 min bei niedriger Temperatur erhitzen, bis alle Zutaten leicht gebräunt sind.

Das Öl abkühlen lassen und mitsamt der Gewürzmischung in eine Flasche füllen. Es hält sich mehrere Monate.

*Anmerkung m: die Fotos habe ich direkt nach Umfüllen vom Topf in die Flasche gemacht - die schwereren Teilchen setzen sich später ganz ab und das Öl wird klar.

Kommentare :

  1. Es gibt nicht viel Besseres als ein gutes Chiliöl (Blogbuster, Blogbuster...) – und einen g'hörigen Flirt...😇

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    1. Eben :)) - und ja, meinste, Blog-Buster?! Ging das (von mir völlig unbemerkt) schon von Blog zu Blog?

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  2. Das ist aus meiner Küche wirklich nicht mehr wegzudenken; schön, dass es Dir auch gefällt :-).

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  3. très scharf, Text und Bild...
    Schmunzelnde Grüße aus Wien ;-)
    Axel

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    1. *zwinkerzwinker*
      herzliche Grüße zurück...

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  4. Ohh das klingt nach einem feinen Öl. Und ich stimme dir zu, Deutsche sind in ihrer Mentalität nicht sehr locker-fröhlich, weder im Flirten noch sonst. Da nehme ich mich mit ein.. Ich bin jedes Mal überrascht, wie viel die Menschen in anderen Kulturen miteinander kommunizieren und auch auf welche Art und Weise. Da bedaure ich es oft sehr, diese leicht engstirnige und korrekte Mentalität der Deutschen erlernt zu haben :(
    Liebe Grüße,
    Ela

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    1. Alles hat seine Vor-und Nachteile. Dafür mag ich beispielsweise die Ernsthaftigkeit, die die Deutschen oft ausmacht. Durchaus auch eine gute Eigenschaft! Man kann ja nie ALLES haben ;)

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  5. Hui toll,dann kann ich meinen frisch geernteten Sichuan Pfeffer zum Einsatz bringen.
    Ein wunderbares Wochenende
    Petra S.

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    1. Frische Ernte und ein passendes Rezept dazu - das nenne ich gerne *Punktlandung*! liebe Grüße...

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  6. Schon "Wir sind Helden" behaupten, "die Deutschen flirten sehr subtil" :)

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